Tierwohl
Tierversuchsverbot: Initiative bleibt im Parlament chancenlos

Das Parlament lehnt eine Initiative ab, die Versuche an Tieren und Menschen komplett verbieten will. Das Volksbegehren wird ohne Gegenvorschlag an die Urne kommen.

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Die Politik ist sich einig: Tierversuche sind hierzulande notwendig. (Symbolbild)

Die Politik ist sich einig: Tierversuche sind hierzulande notwendig. (Symbolbild)

Keystone

Wie bereits im Nationalrat waren sich am Montag auch die Ständerätinnen und Ständeräte parteiübergreifend einig: Die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot - Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» geht zu weit und ist nicht umsetzbar. Das Volksbegehren verlangt ein komplettes Verbot von Tier- und Menschenversuchen. Dazu sollen auch Importe und Exporte von Produkten und Medikamenten verboten werden, bei deren Herstellung Tierversuche eingesetzt wurden.

Die Initiative schliesse eine Güterabwägung zwischen der Forschung und deren Risiken und Belastung von vorneherein aus, erklärte Hannes Germann (SVP/SH) im Namen der Kommission. Die wichtige Grundlagenforschung komme jedoch nicht ohne Tierversuche oder den Einbezug von Menschen aus. «Die negativen Auswirkungen auf die Medizin wären fatal», warnte Germann. Schädlich sei das Volksbegehren auch für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort.

Forschung ohne Tierversuche stärker fördern

Maya Graf (Grüne/BL) lehnt die Initiative zwar ebenfalls ab. Für sie ist jedoch klar: Die Zukunft liege nicht in Tierversuchen. Heute würden jedes Jahr in der Schweiz 600'000 Tiere für die Forschung eingesetzt. Für diese bedeute es mitunter schreckliches Leid. Ansetzen möchte Graf bei der sogenannten 3R-Forschung. Diese legt den Fokus darauf, Tierversuche zu reduzieren, wo möglich zu ersetzen und zu verbessern.

Andrea Gmür (Die Mitte/LU) betonte, die Schweiz habe bereits heute sehr strenge Tierschutzgesetze. «Wir tun jetzt schon alles, dass das Leid minimiert werden kann.» Sie erinnerte auch daran, dass durch Tierversuche Menschenleben gerettet würden.

Die Initianten hatten bereits im Voraus angekündigt, nicht von ihrem Anliegen abzurücken. Einen Gegenvorschlag wollten sie nur akzeptieren, wenn er ebenfalls ein komplettes Verbot von Tierversuchen enthält. Nachdem sich der Ständerat nun gegen einen Gegenvorschlag ausgesprochen hat, kommt das Volksbegehren ohne Alternative an die Urne. Das entspricht auch der Empfehlung des Bundesrates.