Coronavirus
Covid-Zertifikat: Zuschlag geht an Bundesamt für Informatik und Telekommunikation

Der Entscheid ist gefallen: Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation erhält den Auftrag, das Covid-Zertifikat zu erstellen. Dieses soll Ende Juni 2021 zur Verfügung stehen.

Dario Pollice
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Die Lösung des Bundesamt für Informatik und Telekommunikation für ein Covid-Zertifikat hat das BAG überzeugt. (Symbolbild)

Die Lösung des Bundesamt für Informatik und Telekommunikation für ein Covid-Zertifikat hat das BAG überzeugt. (Symbolbild)

Keystone

Von rund 50 Lösungsangeboten für die Erstellung eines Covid-Zertifikats für Geimpfte, Genesene und Getestete sind am Schluss noch zwei im Rennen geblieben, die Lösung des Bundesamtes für Informatik (BIT) und jene von Sicpa/Elca. Nun steht fest: Der Zuschlag geht an das System des BIT, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag bekannt gibt.

«Die Lösung des BIT ist EU-kompatibel, sicher, auf das notwendige technische Minimum beschränkt, und der Quellcode (Open Source) wird offengelegt», heisst es in der Mitteilung. Dies sei für die Wahl ausschlaggebend gewesen.

Mit diesem Entscheid übernimmt nun das Eidgenössische Finanzdepartement die Projektverantwortung vom Innendepartement für die technische Umsetzung des Zertifikats. Das BIT arbeite derzeit die Lösung aus und werde demnächst weitere Details bekanntgeben. Das System soll bis Ende Juni 2021 zur Verfügung stehen, so das BAG weiter.

Auch Ärzte und Apotheker sind im Projekt eingebunden

Der Berufsverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse sind laut Mitteilung ebenfalls in das Projekt eingebunden. So könnten Arztpraxen und Apotheken, die etwa mit einer HIN-Lösung zur sicheren Identifizierung und Verwaltung von Patientendaten arbeiten, dies weiterhin über eine Schnittstelle ohne Systemwechsel tun. Kürzlich haben die beiden Verbände trotz Absage des BAG entschieden, ihre Lösung für ein Covid-Zertifikat weiterzuverfolgen.

Wie das BAG weiter mitteilt, werden bei der der Umsetzung des Zertifikats weitere Stakeholder einbezogen, beispielsweise Zertifikataussteller, Prüfstellen sowie Datenschutz- und Sicherheits-Fachleute.

Vielfältige Anforderungen

Die Anforderungen an das Covid-Zertifikat sind vielfältig. Es muss persönlich und fälschungssicher sein sowie eine dezentrale Datenspeicherung, Datenschutz und -sicherheit sowie die Kompatibilität mit dem «Digital Green Certificate» der EU sicherstellen. Darüber hinaus soll das Zertifikat auf dem Smartphone wie auch in Papierform ausgestellt werden können. Schliesslich soll es auch mit internationalen Lösungen kompatibel sein.

Das Zertifikat ist für alle gedacht, die geimpft, genesen oder zeitnah negativ getestet worden sind. Es wird dort ausgestellt, wo getestet oder geimpft wird. Die Daten zum Impf-, Test- oder Genesenen-Status bleiben nur dort und bei den betroffenen Personen gespeichert. Bis es erhältlich und gültig ist, gelten gemäss BAG weiterhin die Impfnachweise der Impfstellen sowie Atteste einer Genesung oder eines Tests.