Im Darknet mit Waffen gehandelt: Anklage gegen Schwyzer Ex-Polizist

Es sind happige Vorwürfe, die die Bundesanwaltschaft gegen den Ex-Logistikchef der Kantonspolizei Schwyz erhebt. Er habe mehrfach illegal Waffen übers Internet verkauft.

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Beim Beschuldigten wurden mehrere zehntausend Schuss Munition sichergestellt. (Symbolbild)

Beim Beschuldigten wurden mehrere zehntausend Schuss Munition sichergestellt. (Symbolbild)

Pius Amrein

(mg) Ein Ex-Kadermann der Schwyzer Polizei muss sich vor Gericht verantworten. Wie die Bundesanwaltschaft (BA) am Donnerstag mitteilte, erhebt sie Anklage gegen einen 57-jährigen Schweizer, der bei der Kantonspolizei Schwyz bis April 2018 als Leiter Logistik tätig war. Die Vorwürfe sind happig: Die BA wirft dem Mann mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz und mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses vor. Einer der Auslöser der Ermittlungen war der Verdacht, dass der Mann in seiner Funktion bei der Polizei für 180'000 Franken Munition für eigene Zwecke bestellt hat.

Aber das war nur die Spitze des Eisbergs: «Gemäss Anklage hat der Beschuldigte zwischen 2012 und 2013 mehrfach unrechtmässig Waffen an verschiedene Personen verkauft sowie einen Darknet-Account gegründet und über diesen Waffen und Munition widerrechtlich zum Verkauf angeboten», schreibt die BA. Alle diese Verkäufe seien «ohne die notwendigen Bewilligungen und Dokumentation, also ohne entsprechende Berechtigung» abgewickelt worden. Ob er sich bei diesen Waffenverkäufen allenfalls bei den Beständen Kantonspolizei Schwyz bedient habe, sei «in Bezug auf die angeklagten Straftatbestände nicht relevant.»

80 Waffen und mehrere zehntausend Patronen

Beim Mann wurden 80 Waffen und mehrere zehntausend Patronen sichergestellt und beschlagnahmt. Im Rahmen der seit 2018 andauernden Ermittlungen sass er für zweieinhalb Monate in Untersuchungshaft und wurde danach wieder auf freien Fuss gesetzt.

Dem Schweizer wird auch vorgeworfen, dass er das Amtsgeheimnis verletzt hat. Er soll einem deutschen Staatsbürger Informationen zukommen lassen, welche ein Strafverfahren gegen ihn betrafen. Dabei handelte es sich um den Komplizen des Polizisten. Zusammen sollen sie die Waffen verkauft haben.

Zusammenarbeit mit Deutschland

Um an die Munition zu kommen, habe der Mann zudem Urkunden gefälscht. Dabei ging er wie folgt vor: Er füllte einen Arbeitsauftrag aus und liess ihn von seinem Vorgesetzten visieren. Danach änderte er darauf eigenhändig die bestellten Artikel und die Bestellmenge.

Beteiligt an den Ermittlungen waren auch das Bundesamt für Polizei (Fedpol), die Kantonspolizei Zürich und die deutschen Strafverfolgungsbehörden. Was für einen Strafantrag die BA stellt, gibt sie anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht bekannt. Bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils gilt die Unschuldsvermutung.