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Strafvollzug: Deutschschweizer Kantone planen engere Zusammenarbeit

Weil die Anforderungen an den Strafvollzug gestiegen sind, wollen die Deutschschweizer Kantone enger zusammenarbeiten. Strategie und Planung sollen künftig gemeinsam angegangen werden.

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In allen Deutschschweizer Kantonen soll künftig das gleiche gelten, was die Platzierung und Unterbringung von Gefangenen betrifft. (Symbolbild)

In allen Deutschschweizer Kantonen soll künftig das gleiche gelten, was die Platzierung und Unterbringung von Gefangenen betrifft. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Die beiden Deutschschweizer Strafvollzugskonkordate Nordwest- und Innerschweiz sowie Ostschweiz haben das Projekt «Horizont» lanciert, mit dem sie die Kooperation fördern wollen. «Die Herausforderungen des Schweizer Justizvollzuges sind in den vergangenen Jahren komplexer geworden», heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Die Anforderungen an die Unterbringung und Betreuung von Gefangenen seien aufgrund neuer Vorschriften stark gestiegen, auch die Digitalisierung mache vor dem Justizvollzug keinen Halt.

Das Zusammenrücken der Konkordate soll die Innovation fördern und Doppelspurigkeiten vermeiden. So wollen sie einen gemeinsamen Strategieprozess definieren und auch die Planung und Nutzung der Vollzugseinrichtungen künftig gemeinsam angehen. «Richtlinien und Qualitätsstandards sollen harmonisiert werden, so dass in allen Konkordatskantonen für die Platzierung und Unterbringung von Gefangenen Gleiches gilt», schreiben die Konkordate.

Alle 19 Deutschschweizer Kantone stehen laut Mitteilung hinter dem Vorhaben. Dennoch werde es eine Herausforderung sein, sämtliche Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Kantone hätten unterschiedliche Vorstellungen föderaler Zusammenarbeit und eigene Auffassungen, wie sie ihre Autonomie leben wollen. «Das Projekt ‹Horizont› ist ehrgeizig und komplex, auch weil es von verschiedenen Spannungsfeldern durchzogen ist.»