«Handeln ist Pflicht»
Globale Verantwortung: Caritas fordert grösseren Einsatz der Schweiz gegen den Klimawandel

Die Schweiz trägt eine grosse Klima-Verantwortung, findet das Hilfswerk Caritas. Sie soll ihre eigenen Emissionen drastisch senken und ärmere Länder beim Klimaschutz stärker unterstützen.

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Afrika leidet gemäss Caritas besonders unter dem Klimawandel. Dürren und Unwetter sorgen häufiger für Ernteausfälle. (Symbolbild)

Afrika leidet gemäss Caritas besonders unter dem Klimawandel. Dürren und Unwetter sorgen häufiger für Ernteausfälle. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Mit ihren hohen Treibhausgas-Emissionen trage die Schweiz eine grosse Mitverantwortung für die Begrenzung der globalen Klimaveränderung und deren Bewältigung, schreibt Caritas in einer Mitteilung. Das Hilfswerk präsentierte am Montag sein Positionspapier «Klimagerechtigkeit schaffen» vor den Medien. Zwar würden die inländischen Treibhausgase leicht zurückgehen, dafür wachse unser Klima-Fussabdruck im Ausland umso mehr.

Dies, weil die Schweiz rohstoff- und energieintensive Industrien ausgelagert habe und der Finanzmarkt weiterhin auf Kohleabbau und Erdöl setze. Der Klimawandel treffe aber nicht als erstes diejenigen, die ihn verursachen: «Die Ärmsten tragen am wenigsten zur Erderwärmung bei, spüren die Folgen der Klimaveränderung aber am deutlichsten», sagt Patrik Berlinger, Leiter der Fachstelle Entwicklungspolitik, gemäss Redetext.

Ernteausfälle und zerstörte Gebäude entschädigen

Insbesondere Afrika leide unter dem Klimawandel. Caritas schreibt von Hitzewellen, Dürren, Buschbränden und Überschwemmungen, die immer mehr zunehmen und Menschen und Ökosysteme akut bedrohen. Um Klimagerechtigkeit herzustellen, muss die Schweiz gemäss der Hilfsorganisation mehr tun, den eigenen CO2-Ausstoss «drastisch senken» und ärmere Länder im Klimaschutz und bei der Anpassung stärker unterstützen.

Konkret fordert Caritas eine Verdoppelung der Klima-Mittel für Entwicklungsländer auf mindestens eine Milliarde im Jahr. Es brauche zudem vermehrt Entschädigungsbeiträge für klimabedingte Ernteausfälle und Hungersnöte, für zerstörte Gebäude und Infrastruktur sowie für klimaverursachte Landverluste wie Wüstenbildung, Bodenerosion oder Vegetationseinbussen. «Entwicklungsländer haben einen legitimen Anspruch auf Unterstützung aus reichen Ländern, die für die Klimakrise verantwortlich sind.»