Graubünden
Nach Begegnung mit Hirtin: Beverin-Wölfe nähern sich auch Wanderern

Gut eine Woche nachdem sich Wölfe gleich zweimal einer Hirtin gefährlich genähert haben, meldet der Kanton Graubünden Begegnungen zwischen Wölfen und Touristen.

Samuel Thomi
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Nach zwei «gefährlichen Begegnungen» mit einer Hirtin meldet Graubünden nun das Aufeinandertreffen mit Wanderern. (Symbolbild)

Nach zwei «gefährlichen Begegnungen» mit einer Hirtin meldet Graubünden nun das Aufeinandertreffen mit Wanderern. (Symbolbild)

Keystone

Die Vorfälle haben sich demnach bereits am vergangenen Freitag bei Sufers ereignet. Wie der Kanton Graubünden am Dienstag mitteilte, sind die Touristen und Wölfe auf der Steileralp aufeinandergetroffen. Dabei hätten sich die Wildtiere den Wanderern jeweils auf kurze Distanz genähert. Bereits vor gut einer Woche und in der Woche davor war es ebenfalls in dem Gebiet südlich von Thusis auf einer Alp zu zwei «gefährlichen Begegnungen» mit einer Hirtin und deren Hund gekommen. Der Kanton hatte daraufhin beim Bund die Regulierung des sogenannten Beverinrudels beantragt. Ein Entscheid dazu ist noch hängig.

Wie der Kanton nun weiter mitteilt, näherten sich beim jüngsten Vorfall zwei Wölfe den Wanderern zuerst auf etwa zehn Meter. Kurze darauf traf die Gruppe auf vier weitere Wölfe. Dabei dürfte es sich laut Graubünden um Welpen gehandelt haben. Die Jungtiere folgten den Wandern und seien erst nach wiederholten Bemühungen verschwunden, diese zu vertreiben. Die Welpen und erwachsenen Wölfe seien dann noch länger im Blickfeld der Touristen geblieben. Dabei handelte es sich laut Kanton «mit hoher Wahrscheinlichkeit» um Tiere des sogenannten Beverinrudels. Dieses ist eines von aktuell sechs Wolfsrudeln in dem Alpenkanton.

Nach Lockerung: Vier Wölfe zum Abschuss freigegeben

Wölfe, die in freier Wildbahn aufwachsen und dort leben, sind laut Graubünden zwar «nicht grundsätzlich gefährlich und meiden meist den Kontakt zu Menschen». Gefährlich könne es jedoch werden, wenn sich Wölfe an den Menschen gewöhnen und seine Anwesenheit gar mit Futter in Verbindung bringen. Wolfsbefürworter kritisieren schon länger, dass dies in dem Gebiet der Fall ist respektive der Herdenschutz nicht oder zu spät umgesetzt worden ist. Dadurch hätten sich die Wölfe an das Reissen von Nutztieren gewöhnen können.

Nach den zwei «gefährlichen Begegnungen» mit einer Hirtin vor Wochenfrist und vor zehn Tagen hat Graubünden bereits vergangenen Freitag beim Bund die Bewilligung zur Regulierung des Beverinrudels beantragt. Dies wegen aggressiven Verhaltens der Wölfe und weil die Schwelle der Anzahl gerissener Schafe und Ziegen in dem Gebiet erreicht sei. Meldungen über problematische Wölfe haben sich derweil jüngst auch in anderen Landesteilen gehäuft. So hat der Bund nach Lockerungen der Schutzvorschriften kürzlich je zwei Wolfsabschüsse im Wallis und in der Waadt bewilligt. Auch in Elm (GL), Engi (GL) und Urnäsch (AR) gab es in den letzten Wochen Angriffe auf Nutztiere.

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