Gewerkschaften
In Gewerbe und Gesundheitswesen gibt es den kürzesten Vaterschaftsurlaub

Seit Anfang Jahr ist der gesetzliche Vaterschaftsurlaub in der Schweiz Tatsache. Eine Gewerkschaftsstudie zeigt nun, dass er je nach Branche sehr unterschiedlich angewandt wird.

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Vaterschaftsurlaub: Städtische Angestellte kriegen deutlich mehr als ihre Kollegen in Gewerbe oder Gesundheitswesen.

Vaterschaftsurlaub: Städtische Angestellte kriegen deutlich mehr als ihre Kollegen in Gewerbe oder Gesundheitswesen.

Keystone

Die Mehrheit der jungen Väter erhält nur das gesetzliche Minimum an Vaterschaftsurlaub. Dies zeigt eine Studie, die am Donnerstag vom Gewerkschaftsverband Travail.Suisse vorgestellt wurde. Am wenigsten Vaterschaftsurlaub gibt es gemäss dieser im Gewerbe und im Gesundheitswesen: Hier können die frischgebackenen Väter im Durchschnitt nur zehn bis elf Tage freinehmen. Viel grosszügiger zeigen sich die Branchen IT, Kommunikation und Pharma: Hier gibt es im Durchschnitt 30 bis 31 freie Tage. Auch städtische Angestellte haben meist längere Urlaubszeiten.

Ausserdem seien die Arbeitnehmenden oft nur unzureichend über ihre Rechte aufgeklärt. «Wir appellieren an die Arbeitgebenden, ihre Mitarbeiter über ihr Recht auf Vaterschaftsurlaub zu informieren», sagte Travail.Suisse-Präsident Adrian Wüthrich an einer Medienkonferenz. Die Gewerkschaften wollen den Schutz junger Familien nun weiter ausbauen. Konkret soll es einen Kündigungsschutz bei der Geburt geben, ausserdem soll der Vaterschaftsurlaub auch bei einer Totgeburt bezogen werden können. (wap)

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