Auftakt zum 5. Kongress
Unia-Präsidentin Alleva: «Trotz Erfolgen sind die Herausforderungen immens»

Ab Freitag trifft sich die grösste Gewerkschaft der Schweiz zum fünften Kongress ihrer Geschichte. Dabei will die Unia bis am Samstag die Ziele für die nächsten Jahre festlegen und die Spitze erneuern.

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Die Unia führt ihren fünften Kongress wegen der Pandemie in Biel sowie an 13 weiteren Standorten in der ganzen Schweiz durch.

Die Unia führt ihren fünften Kongress wegen der Pandemie in Biel sowie an 13 weiteren Standorten in der ganzen Schweiz durch.

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Am Freitag hat der fünfte ordentliche Kongress der Unia begonnen. Nebst der Erneuerung ihrer Spitze will die Gewerkschaft dabei auch die Ziele für die kommenden vier Jahre beschliessen. «Wir sind eine kämpferische Gewerkschaft», sagte Unia-Präsidentin Vania Alleva in ihrer Eröffnungsrede. Zugleich sei die Organisation demokratisch organisiert, betonte die Präsidentin. Und mit Blick in die Zukunft sagte Alleva: «Trotz Erfolgen sind die Herausforderungen immens.» Insbesondere nach der Coronapandemie könne der Kampf der Gewerkschaften in aller Welt «für Millionen, ja Milliarden von Menschen in aller Welt den entscheidenden Unterschied ausmachen», dass sich deren Situation verbessere.

Entsprechend stehe der fünfte Unia-Kongress auch unter dem Motto «Höchste Zeit!», sagte Vania Alleva. Steigende Arbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsbedingungen, der Klimanotstand und die Gesundheitskrise stellten die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen, auch in der Schweiz. Und die Gewerkschafts-Präsidentin kritisierte: «Nach allen Krisen der letzten Jahre» hätten die Arbeitgeber «immer auf Vorrat gejammert», so Alleva. Während es angeblich nie Spielraum für Verbesserungen der Situation der Arbeitnehmenden gebe seien die Profite immer an jene gegangen, die bereits genug hätten.

«Den Ist-Zustand verbessern allein reicht nicht mehr»

Ins selbe Horn blies zur Eröffnung des Kongresses auch Maria-Teresa Cordasco: «Den Ist-Zustand verbessern allein reicht nicht mehr», sagte die Co-Präsidentin der Unia-Region Biel-Seeland/Solothurn. Namentlich den Jugendlichen gelte es nun Perspektiven aufzuzeigen, hätten diese doch in der Pandemie schlicht ein Jahr ihres Lebens verloren.

Am ersten Kongress-Tag haben die Delegierten unter anderem den Tätigkeitsbericht über die vergangene Kongressperiode beschlossen. Zudem ging es um die Organisationsstrategie für die kommenden vier Jahre: Die Delegierten debattierten über 18 Antrage und einigten sich schliesslich über die vom Zentralvorstand vorgeschlagenen strategischen Schwerpunkte, wie es in einer Mitteilung heisst. So will die Unia beispielsweise in den nächsten Jahren in den Branchen wachsen, in denen sie mit gewerkschaftlichen Kampagnen aktiv ist.

Resolution verabschiedet

Auch haben die Delegierten eine Resolution zur Bewältigung der Corona-Pandemie beschlossen. Darin wird voller Lohnersatz bei Kurzarbeit, ein allgemeinverbindlicher Gesamtarbeitsvertrag etwa in der Pflege, dem Verkauf und der Logistik und der Erhalt von gefährdeten Arbeitsplätzen in besonders betroffenen Branchen gefordert. Dazu kommt eine Covid-Solidaritätsabgabe für Superreiche.

Der fünfte ordentliche Kongress der grössten Einzelgewerkschaft der Schweiz wird zeitgleich im Kongresshaus in Biel sowie an an 13 weiteren Orten abgehalten. Insgesamt rund 350 Unia-Delegierte haben sich laut Angaben der Unia angemeldet. Wie es am Freitag hiess, sind knapp 40 Prozent davon Frauen. Am Samstag sind Erneuerungswahlen für den Zentralvorstand, die Geschäftsleitung und des Präsidiums geplant. (sat/abi)