Gewerkschaft Unia: Arbeitgeber halten die Schutzmassnahmen nicht ein

Gewerkschafter schlagen Alarm, weil nach ihren Kenntnissen in vielen Betrieben die Schutzmassnahmen des Bundes nicht eingehalten werden. Sie fordern eine Einstellung der Arbeiten in nicht-essenziellen Bereichen.

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In der Industrie ist Distanzhalten oft nicht möglich. Weil weder die Unternehmen noch der Bund genügend Masken besorgt haben, wird deshalb ohne Schutz weitergearbeitet.

In der Industrie ist Distanzhalten oft nicht möglich. Weil weder die Unternehmen noch der Bund genügend Masken besorgt haben, wird deshalb ohne Schutz weitergearbeitet.

Keystone

(wap) Unternehmen sollen nachweisen müssen, dass sie ihre Tätigkeiten im Rahmen der behördlichen Schutzvorgaben erfüllen. Dies forderte die Gewerkschaft Unia am Freitag in einer Stellungnahme. Auf der Arbeitgeberseite stellt die Gewerkschaft eine Verweigerungshaltung fest. Man werde von Anfragen verzweifelter Arbeitnehmer überschwemmt. In den meisten Bau-, Gewerbe- und Industriebetrieben werde praktisch unverändert weitergearbeitet. Die Arbeitsinspektorate, die die Umsetzung der Massnahmen kontrollieren müssten, hätten die Kontrolltätigkeit dagegen eingestellt. Dieser Zustand sei unhaltbar, so die Gewerkschaft.

Es bringe nichts, «Social Distancing» zu predigen und die Kinder nach Hause zu schicken, wenn man die Eltern gleichzeitig zwinge, ohne Schutz Kopf an Kopf und Hand in Hand zu arbeiten. Die Gewerkschaft fordert den Bundesrat deshalb auf, die Arbeit in allen nicht-essenziellen Wirtschaftsbereichen solange einzustellen, bis die Unternehmen den Vollzug der Schutzmassnahmen sicherstellen könnten.