Gesundheitswesen
Spitäler fordern Geld vom Bund für Corona-Stopp

Die Spitäler und Kliniken wollen vom Bund für das Behandlungsverbot im Frühling 2020 entschädigt werden. Sie sehen durch den Corona bedingten Schaden die Gesundheitsversorgung in Gefahr.

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Im Frühling 2020 drehte sich in den Schweizer Spitälern alles um Corona. Nun wollen sie für das Behandlungsverbot entschädigt werden. (Symbolbild)

Im Frühling 2020 drehte sich in den Schweizer Spitälern alles um Corona. Nun wollen sie für das Behandlungsverbot entschädigt werden. (Symbolbild)

Keystone

Die Spitäler und Kliniken rechnen mit 1,3 bis 1,5 Milliarden Franken, die sie das sechswöchige Behandlungsverbot im Frühling 2020 gekostet hat. Damals hielten die Spitäler und Kliniken Kapazitäten frei und erbrachten damit gegenüber dem Bund und den Kantonen sogenannte Vorhalteleistungen. Nun wollen sie dafür bezahlt werden, wie H+, der nationale Verband der öffentlichen und privaten Schweizer Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen, am Freitag mitteilte.

Er fordert vom Staat eine angemessene Entschädigung und eine Lösung, um die Mehrkosten der Spitäler und Kliniken zu decken. Einige Kantone wie Aargau, Basel oder Zürich seien zwar teilweise für den entstandenen Schaden aufgekommen, doch der Bund lehne dies weiterhin ab.

Unterschiedlich grosser Schaden

Wie hoch der Schaden ausfiel, unterscheidet sich je nach Kanton, Region und Spital. Grund dafür ist, dass nicht alle Institutionen gleich betroffen waren. Dazu kamen unterschiedliche Kompensationen der Kantone. Gemäss H+ sanken die Ebitda-Margen der Spitäler und Klinken jedoch gesamthaft gesehen und die meisten Institutionen würden eine Marge von weit unter zehn Prozent aufweisen. «Eine nachhaltige Finanzierung der Spitäler und Kliniken ist so nicht möglich», schreibt der Verband. Dadurch werde die Spitallandschaft und die künftige Gesundheitsversorgung gefährdet.

Ein weniger düsteres Bild zeichnet Curafutura. Der Verband der Krankenversicherer CSS Versicherung, Helsana, Sanitas und KPT, geht davon aus, dass die Spitäler zumindest im Bereich der Grundversicherung trotz Corona ihr Leistungsvolumen halten konnten. (abi)