Gesundheitssystem
Medikamentenpreise sind laut Krankenkassenverband stark überteuert

Der Krankenkassenverband Curafutura hat die Preise von 20 Medikamenten untersucht und dabei ein Sparpotenzial von 115 Millionen Franken festgestellt.

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Auch das Schmerzmittel Dafalgan wurde auf seinen Preis untersucht. Es ist laut Curafutura um 11 Prozent überteuert.

Auch das Schmerzmittel Dafalgan wurde auf seinen Preis untersucht. Es ist laut Curafutura um 11 Prozent überteuert.

Keystone

Die Schweiz als Hochpreisinsel für Medikamente: So sieht es der Krankenkassenverband Curafutura. Wie er in einer Mitteilung vom Montag schreibt, hat eine Untersuchung von 20 Medikamenten ein Sparpotenzial von 16 Prozent, was rund 115 Millionen Franken entspricht. Besonders stark überteuert sei beispielsweise das Anti-Epileptikum Lyrica. Aktuell kostet eine Packung 54 Franken, nach wirtschaftlichen Kriterien von Curafutura berechnet, sollte sie aber bloss 27 Franken kosten.

Den Krankenkassen sind die Medikamentenpreise seit längerem ein Dorn im Auge. Im Herbst forderten sie Gesetzesänderungen, um die Preise in den Griff zu kriegen. Auch in der neusten Mitteilung sind Forderungen enthalten: So soll unter anderem die Überprüfung durch das BAG künftig jährlich statt alle drei Jahre stattfinden. Die systematische Prüfung sei die wichtigste Massnahme, um die Medikamentenpreise zu senken, schreibt der Verband.

Curafutura hat die untersuchten Medikamente nicht zufällig ausgewählt. Es handelt sich um die 20 ausgabenstärksten Medikamente einer längeren Liste, die das BAG aktuell im Rahmen seiner Dreijahresprüfung der Medikamentenpreise untersucht. Neben Lyrica sind laut Curafutura auch das Anti-Anämikum Aranesp und Duodart, ein Medikament zur Therapie bei Prostatahyperplasie, zu teuer. Aufgerechnet auf die gesamte Liste des BAG schätzt Curafutura das Einsparpotenzial auf 243 Millionen Franken, was 12 Prozent entspricht.