Gesundheitsstudie Pandemie
Junge Menschen fühlen sich unter Druck, immer gesund und leistungsfähig zu sein

Die Gesundheitsstudie des Krankenversicherers CSS zeigt die Auswirkungen der Pandemie auf die Bevölkerung. Junge Menschen berichten demnach von einer Verschlechterung ihrer Psyche. Zudem sind Ältere fitter geworden, während Personen unter 50 zugenommen haben.

Dario Pollice
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Der Druck, ständig leistungsfähig und gesund zu sein, ist gemäss CSS-Studie bei jungen Erwachsenen besonders ausgeprägt. (Symbolbild)

Der Druck, ständig leistungsfähig und gesund zu sein, ist gemäss CSS-Studie bei jungen Erwachsenen besonders ausgeprägt. (Symbolbild)

Keystone

Die Coronapandemie hat deutliche Spuren im Gesundheitszustand der Bevölkerung hinterlassen. Das zeigt die am Mittwoch veröffentlichte Gesundheitsstudie der Krankenversicherung CSS. Dafür hat das Forschungsinstitut Sotomo 2274 Personen aus allen Schweizer Sprachregionen zwischen dem 22. Juni und 7. Juli online befragt.

Demnach ist der Anteil der Erwachsenen, der sich als gesund oder sehr gesund einschätzt, im Vergleich zur letztjährigen Umfrage kurz vor der Pandemie von 78 auf 73 Prozent gesunken. Zugleich ist jedoch die Anzahl Krankheitstage deutlich zurückgegangen: Vor der Pandemie hat noch jede dritte Person angegeben, ein Jahr lang keinen Tag krank gewesen zu sein. Nun liegt dieser Anteil bei 44 Prozent. Die Covid-19-Präventionsmassnahmen haben gemäss den Studienautoren dazu beigetragen, dass übertragbare Krankheiten generell zurückgegangen sind.

Junge Frauen berichten von psychischer Belastung

Die Studie untersuchte auch die psychischen Folgen der Coronakrise. Die gute Nachricht: Der Bevölkerung geht es psychisch mehrheitlich gut. So sind 59 Prozent der Ansicht, dass ihr psychisches Wohlbefinden meistens gut sei. Allerdings bleibt immer noch rund ein Viertel, der angibt, das eigene emotionale Befinden sei «durchzogen» oder schlechter.

Junge Menschen und junge Frauen insbesondere berichten häufiger von psychischen Belastungen.

Junge Menschen und junge Frauen insbesondere berichten häufiger von psychischen Belastungen.

CSS/Sotomo

Das zeigt sich vor allem bei jungen Menschen. 38 Prozent von ihnen gaben an, dass die Coronapandemie ihre Einsamkeit verstärkt hat, und fast ein Drittel berichtet, dass sie zu depressiven Verstimmungen geführt hat. Besorgniserregend sei die Situation vor allem bei jungen Frauen bis 30 Jahre: Die Hälfte von ihnen bezeichnet das eigene psychische Befinden als «durchzogen» oder noch schlechter.

Insbesondere bei jungen Menschen tritt ein erhöhter Leistungs- und Gesundheitsdruck hervor. Mehr als die Hälfte aller Befragten und fast drei Viertel der 18- bis 35-Jährigen fühlen sich unter Druck, immer gesund und leistungsfähig zu sein. So hat etwa die Hälfte der jungen Erwachsenen angegeben, bereits eine Krankheit verschwiegen zu haben.

Ältere sind fitter geworden – Jüngere haben zugenommen

Mit Blick auf die körperliche Situation zeigen sich unterschiedliche Auswirkungen der Pandemie je nach Alter. Personen unter 30 Jahren, die ihre Schritte per App aufzeichnen, haben vor der Pandemie im Schnitt tausend Schritte pro Tag mehr zurückgelegt als zum Zeitpunkt der Befragung im Juli 2021. Personen über 40 dagegen rund 300 Schritte mehr.

Die Auswirkungen der Coronapandemie zeigen sich auch auf der Waage.

Die Auswirkungen der Coronapandemie zeigen sich auch auf der Waage.

CSS/Sotomo

Dies hat sich in Kombination mit dem veränderten Konsumverhalten auf das Körpergewicht ausgewirkt. Personen über 60 Jahre haben gemäss der Studie im Schnitt ein Kilo abgenommen, Personen unter 50 Jahren dagegen 2,5 Kilo.

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