Gesundheitskosten
Mehr Transparenz: In Bern müssen die Löhne von Chefärzten offengelegt werden

Ab nächstem Jahr sind Spitäler in Bern verpflichtet, dem Kanton die Löhne ihre Chefärztinnen und Chefärzte zu melden. Damit setzt die Regierung eine Forderung aus dem Kantonsparlament um.

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In Berner Spitälern herrscht ab nächstem Jahr mehr Transparenz bei den Chefarztlöhnen. (Symbolbild)

In Berner Spitälern herrscht ab nächstem Jahr mehr Transparenz bei den Chefarztlöhnen. (Symbolbild)

Keystone

Ab 2022 müssen die Listenspitäler die Löhne ihrer höchsten Ärzte transparent machen, wie der Berner Regierungsrat am Montag bekannt gab. Konkret wird künftig die Zahl der Personen pro Lohnbandbreite offengelegt. Die Spitäler nennen also nicht die Namen der Chefärztinnen und Chefärzte, sondern melden dem Kanton ihre Löhne in anonymisierter Form.

Angestossen hatte die Reform eine angenommene Motion im Grossen Rat. Allerdings fand das Hauptanliegen keine Mehrheit. Der Vorstoss hatte eine Obergrenze für Chefarztlöhne in Spitälern verlangt.

Hohe Löhne geben zu reden

Diesen Schritt angekündigt hat bereits das Berner Inselspital. Dort gilt ab nächstem Jahr für Chefärztinnen und Chefärzte ein neues Lohnmodell. Sie erhalten fixe Löhne, welche aus einem Grundlohn sowie einer sogenannten Fachkomponente bestehen. Die Entlöhnung soll «nachvollziehbar, gerecht und frei von Fehlanreizen sein». Mit dem Fixlohn-Modell setzt die Insel Gruppe auch eine politische Forderung um.

Hohe Chefarztlöhne an den Spitälern stehen angesichts der steigenden Gesundheitskosten in der Schweiz seit Jahren in der Kritik. Verschiedene Betriebe führten bereits Lohndeckel ein, im Kanton Zürich entschied im vergangenen Jahr das Parlament, dass mengenabhängige Vergütungen abgeschafft werden sollen. (rwa)

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