Gesellschaft
Barrierefreies Angebot: Jeder soll im Notfall Hilfe anfordern können

Zur Alarmierung im Notfall muss heute jemand den Hörer in die Hand nehmen. Gehörlosen Menschen wird dadurch aber der Zugang erschwert. Das soll sich ändern, findet der Bundesrat.

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144: Wer kennt die Nummer nicht? Was ist aber, wenn ein gehörloser Mensch einen Notruf absenden möchte? (Symbolbild)

144: Wer kennt die Nummer nicht? Was ist aber, wenn ein gehörloser Mensch einen Notruf absenden möchte? (Symbolbild)

Keystone

(rwa) In einem Notfall zählt jede Minute. Besonders wichtig ist es, bei den Blaulichtorganisationen so schnell und einfach wie möglich Hilfe anfordern zu können. Die Alarmierung im Notfall funktioniert in der Schweiz heute ausschliesslich über die offiziellen Notrufnummern 112, 117, 118 oder 144 – und einzig telefonisch. Grund dafür ist die heutige Gesetzeslage. Diese lässt die Entwicklung einer flächendeckenden, barrierefreien und digitalen Lösung nicht zu.

Das soll sich ändern, fordert eine parteiübergreifende Allianz. Gleich sechs Vorstösse wurden im Nationalrat eingereicht. Der Bundesrat soll gesetzliche Grundlage schaffen, um die Weiterentwicklung und Digitalisierung der Schweizer Notrufe zu überprüfen. Es müsse ein barrierefreies Angebot ermöglicht werden – etwa für schwerhörige und gehörlose Menschen, argumentieren die Motionäre. Die Landesregierung ist einverstanden, wie sie in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme schreibt.

Heute ist es schwerhörigen und gehörlosen Menschen nicht möglich, überall in der Schweiz direkt mit einer Notrufzentrale Kontakt aufzunehmen. Sie müssen über einen Vermittlungsdienst eine Notrufzentrale alarmieren. Die Motionäre bringen verschiedene technische Möglichkeiten ins Spiel: Videoanrufe, Chatfunktionen oder eine Kombination von Video, Audio und Text. Die bestehende Notrufplattform müsse geöffnet und auf neue Technologien erweitert werden.