Gescheiterter Maskendeal
Armee einigt sich mit St. Galler Firma auf Ersatzlieferung von Schutzmasken

Zwischen der Armeeapotheke und einer St. Galler Firma kam es im April zum Streit über eine Maskenlieferung. Nun einigen sich die Parteien vor Gericht. Dennoch dürfte der Rechtsstreit weitergehen.

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Schutzmasken hätte die Armee auch günstiger kaufen können. Doch aus obskuren Gründen platzte der Deal mit der St. Galler Firma. (Symbolbild)

Schutzmasken hätte die Armee auch günstiger kaufen können. Doch aus obskuren Gründen platzte der Deal mit der St. Galler Firma. (Symbolbild)

Keystone

(sat/hay) Netztal AG darf der Armeeapotheke doch noch Hygienemasken liefern. Darauf haben sich die Firma und die Armee am Mittwoch vor dem Berner Wirtschaftsgericht geeinigt, wie die Armee am Freitag mitteilte. Details der Übereinkunft werden nicht genannt. Einzig, dass die St. Galler Firma der Armeeapotheke nun doch noch «Atemschutz- und Hygienemasken zu angemessenen Konditionen» liefern dürfe. Und dass der Streit zwischen Netztal und Armeeapotheke damit «einvernehmlich beigelegt» sei.

Mit dieser Einigung ist allerdings nur ein Teil des Streits um einen von verschiedenen umstrittenen Maskendeals der Armeeapotheke vom April beigelegt. Kurz vor Ostern hatte das St. Galler Unternehmen mit der Armeeapotheke einen Vertrag zur Lieferung von 2 Millionen FFP2- Schutzmasken zum Stückpreis von 4.50 Euro sowie 20 Millionen OP-Hygienemasken abgeschlossen. Das Ganze für insgesamt 25 Millionen Euro.

Mehr als doppelt so hohen Preis bezahlt

Doch das Geschäft platzte, die Hintergründe sind bis heute obskur. Formeller Grund war, dass die Schweizer Grossbank UBS der Meldestelle für Geldwäscherei einen Betrugsverdacht machte und die St. Galler Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnet hatte. Der Betrugsverdacht wurde jedoch rasch entkräftet.

Es wird nun gemunkelt, dass sowohl gegen die UBS als auch den damaligen UBS-Chef Sergio Ermotti persönlich wegen dieses Vorgehens, das den Deal zunichtemachte, eine Strafanzeige eingereicht worden ist. Die UBS wollte die Fragen von CH Media diesbezüglich nicht kommentieren.

Wäre der Maskendeal mit der Firma Netztal AG rund um Ostern zustande gekommen, hätte die Armeeapotheke im Frühling also verhältnismässig günstig Hygienemasken einkaufen können. War sie doch zu Beginn der ersten Welle in anderen umstrittenen Fällen bereit, bis zu 9,90 Franken pro Stück für Hygienemasken zu bezahlen.