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Neues Erbrecht: mehr für die Partner, weniger für die Kinder

Bislang kriegten Nachkommen mindestens drei Viertel des Erbes. Ab 2023 ist es nur noch die Hälfte. Damit werde das Erbrecht flexibler, sagt der Bundesrat.

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Bisher ging der Löwenanteil des Erbes an die Kinder. (Symbolbild)

Bisher ging der Löwenanteil des Erbes an die Kinder. (Symbolbild)

Keystone

Ab 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Erbrecht. Das hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch beschlossen. Mit der Revision des Erbrechts soll dem Erblasser oder der Erblasserin künftig ermöglicht werden, über einen grösseren Teil seines oder ihres Nachlasses frei verfügen zu können. Der Pflichtteil der Kinder wird dabei von drei Viertel auf die Hälfte verkleinert, der Pflichtteil der Eltern ganz gestrichen. So sei das neue Recht «flexibler als bisher ausgestaltet», schreibt das Bundesamt für Justiz (BJ) in einer Mitteilung.

Der Pflichtteil des Ehepartners oder des eingetragenen Partners bleibt dagegen unverändert. Durch den geringeren Pflichtteil für die Nachkommen ist es aber möglich, den faktischen Lebenspartner oder die faktische Lebenspartnerin stärker zu begünstigen – eine fixe Regelung für solche Partnerschaften ausserhalb der Ehe oder einer eingetragenen Partnerschaft gibt es aber weiterhin nicht. Es muss mittels Testament geregelt werden.

Die Reduktion der Pflichtteile erleichtere auch die «Nachfolgeregelung bei Familienunternehmen», schreibt das BJ. Dies wirke sich «positiv auf die Stabilität von Unternehmen aus und sichert Arbeitsplätze». Aber auch hier sind Änderungen geplant: «Um bei der erbrechtlichen Übertragung eines Unternehmens weitere Stolpersteine zu beseitigen, will der Bundesrat die Unternehmensnachfolge mit weiteren erbrechtlichen Massnahmen zusätzlich erleichtern.» Eine entsprechende Botschaft werde wohl noch in diesem Jahr ans Parlament verabschiedet. (mg)

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