Gefängnis
Brian soll wieder Kontakt zu Mitinsassen haben

Brian, der bekannteste Häftling der Schweiz, wird in ein Zürcher Untersuchungsgefängnis verlegt. Dort soll er ins normale Haftregime eingegliedert werden – inklusive Kontakt mit Mitinsassen.

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Der bekannteste Häftling der Schweiz, Brian, wird verlegt. Er soll neu wieder Kontakte mit Mithäftlingen pflegen können.

Der bekannteste Häftling der Schweiz, Brian, wird verlegt. Er soll neu wieder Kontakte mit Mithäftlingen pflegen können.

Screenshot SRF

Brian, bekannt geworden als «Carlos», kann die Justizvollzugsanstalt Pöschwies verlassen und kommt dafür in ein Zürcher Untersuchungsgefängnis. Das teilte die kantonale Direktion der Justiz und des Innern am Mittwoch mit. Hintergrund ist ein Bericht der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF). Diese hatte sich im November auf Anstoss des Regierungsrats zu den Haftbedingungen von Brian geäussert und Empfehlungen ausgesprochen.

Unter anderem solle auf ein Ende der Einzelhaft von Brian hingearbeitet werden und eine Alternative für die Unterbringung in anderen Einrichtungen gesucht werden. Auch das Bundesgericht erklärte in seinen jüngsten Urteilen, dass bezüglich seinen Haftbedingungen rasch gehandelt werden sollte, wie es weiter heisst. Konkret sollte «angesichts der festgefahrenen Haftsituation» nochmals geprüft werden, ob eine Verlegung in ein speziell für Untersuchungs- und Sicherheitshaft konzipiertes Gefängnis möglich wäre.

Verlegung soll Blockade lösen

Der Kanton hat einzelne Massnahmen im Sinne der NKVF bereits umgesetzt. Für eine nachhaltige Verbesserung der Situation brauche es jedoch die Kooperation von Brian – und diese fehle im aktuellen Setting nach wie vor. «Um dieser Blockade zu entkommen», wird er daher in den nächsten Tagen verlegt. Am neuen Ort soll Brian dann nach einer kurzen Integrationszeit ins normale Haftregime eingegliedert werden, wie es weiter heisst. Dazu gehört auch die Möglichkeit, mit anderen Insassen Kontakte zu pflegen.

«Mit der Verlegung möchten wir ihm ermöglichen, an seiner Entwicklung zu arbeiten und insbesondere konfliktfreie Beziehungen zu Mitarbeitenden und Mitgefangenen aufzubauen», wird die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr in der Mitteilung zitiert. (abi)

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