Frauenstreik
Mehr Lohn, mehr Rente: Frauen gehen erneut auf die Strasse

Nach dem grossen Frauenstreik von 2019 erachten die Frauen viele ihrer Forderungen noch immer als unerfüllt. Am Montag versammelten sich in verschiedenen Schweizer Städten tausende Frauen, um erneut für ihre Anliegen einzustehen.

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Auch nach dem Frauenstreik 2019 (Bild) gibt es laut Gewerkschaften und rot-grünen Parteien bei der Gleichstellung viel Verbesserungspotenzial.

Auch nach dem Frauenstreik 2019 (Bild) gibt es laut Gewerkschaften und rot-grünen Parteien bei der Gleichstellung viel Verbesserungspotenzial.

Keystone

50 Jahre sind seit der Einführung des Frauenstimmrechts vergangen, 25 Jahre seit dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes. Und noch immer gibt es in der Schweiz viel Potenzial: Denn auch zwei Jahre nach dem grossen Frauenstreik, der Hunderttausende auf die Strassen trieb, seien die Frauen von einer echten Gleichstellung noch weit entfernt. Der Kampf gegen Ungleichheit sei aktueller denn je. Das schreibt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in einer Mitteilung vom Montag. Konkret geht es gemäss SGB um steigende Lohnunterschiede, die «skandalöse» Frauenrentenlücke und andauernde Diskriminierungen.

Mit über 40 Protestaktionen, Kundgebungen und Demonstrationen in der ganzen Schweiz wollen die Frauen deshalb am Frauenstreiktag erneut auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Sie fordern unter dem Motto «Respekt! Mit besseren Löhnen und besseren Renten» konkrete und schnelle Schritte für mehr Gleichstellung. «Noch sind viele Forderungen von 1991 nicht und keine einzige Forderung von 2019 erfüllt», schreibt dazu beispielsweise das Berner Frauenstreik-Kollektiv in einer Mitteilung vom Montag.

Ab 15.19 Uhr arbeiten Frauen gratis

So sollen um 15.19 Uhr gewerkschaftliche Aktionen stattfinden, wie die Unia schreibt. Das sei der symbolische Zeitpunkt, ab dem die Frauen gratis arbeiten würden. 2019 war dieser übrigens um 15.24 Uhr, wie es weiter heisst. Die Lohnungleichheit habe also in den vergangenen zwei Jahren weiter zu- statt abgenommen.

Und auch der Verband Kinderbetreuung Schweiz unterstützt die Forderungen des Frauenstreiks. «Das Angebot an familienergänzenden Bildungs- und Betreuungsplätzen muss sowohl quantitativ als auch qualitativ weiter ausgebaut werden», schreibt Kibesuisse in einer Mitteilung vom Montag. Gleichzeitig müsse dieses Angebot für die Eltern bezahlbar sein, da dies eine Grundvoraussetzung sei für Chancengleichheit.

Die Gewerkschaften und rot-grünen Parteien rufen darum zur Teilnahme auf am Frauenstreik sowie an verschiedenen Demonstrationsumzügen etwa in Bern oder Zürich. Denn die Frauen seien nach wie vor wütend. Gerade die Corona-Krise treffe sie hart. «Sie erledigen den Grossteil der unbezahlten Arbeit zu Hause und arbeiten gleichzeitig an vorderster Front, vielfach in Berufen, die die Gesellschaft endlich als essenziell anerkannt hat», schreibt die Unia. Auch die Gewerkschaft Syna fordert, es sei höchste Zeit, diesen Missständen endlich ein Ende zu setzen. (abi/sat)

Eine Übersicht mit allen geplanten Aktionen gibt es hier.