Forschungsabkommen
Blockade mit der EU: Schweiz setzt verstärkt auf andere Partner

Nachdem die EU die Schweiz von ihrem Forschungsprogramm Horizon Europe ausgeschlossen hat, rücken andere Partner in den Vordergrund, sagt Staatssekretärin Martina Hirayama.

Peter Walthard
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Martina Hirayama ist Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation. (Archivbild)

Martina Hirayama ist Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation. (Archivbild)

Keystone

Das von der EU für die Schweiz blockierte Forschungsprogramm Horizon Europe sei nur eines von vielen internationalen Programmen, an denen die Schweiz beteiligt sei. Dies sagte die Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Investition Martina Hirayama in der Samstagsrundschau von Radio SRF.

Kooperationen gebe es namentlich mit den USA, Japan und Südkorea sowie China und Russland. Sie sollen laut Hirayama unabhängig von einer allfälligen neuen EU-Assoziierung weiter gestärkt und ausgebaut werden. Grosses Interesse an einer Forschungszusammenarbeit mit der Schweiz habe auch Israel.

Sechs Milliarden wären bereit

Bilaterale Forschungsabkommen gebe es ausserdem mit mehreren EU-Mitgliedsstaaten direkt. Diese Zusammenarbeit sei auch hilfreich, wenn es um das Verhältnis zur EU gehe. So habe diese ihren Plan, in den Bereichen Raumfahrt und Quantenmechanik nur noch mit EU-Institutionen zu arbeiten, aufgegeben, weil die wissenschaftliche Community in der EU auf einer engen Zusammenarbeit mit Grossbritannien, Israel und der Schweiz bestanden habe.

Dennoch sei das Aus für die Assoziierung bedauerlich, so Hirayama. Immerhin habe die Schweiz bereits sechs Milliarden Franken für das Projekt gesprochen. Auch gebe es keine rechtliche oder materielle Begründung für den Entscheid der EU, die Zusammenarbeit auszusetzen. Die Verbindung sei rein politisch. «Ich hoffe, dass wir diesen Knoten lösen können», sagte Hirayama.

Nach dem Abbruch der Verhandlungen zum institutionellen Rahmenabkommen blockiert die EU-Kommission die volle Teilnahme der Schweiz an «Horizon Europe», dem mit 95 Milliarden dotierten grössten Forschungsprogramm der Welt. Bundesrat Ignazio Cassis will das Thema bei seinem Besuch bei Maros Sefcovic, dem Vize-Präsidenten der EU-Kommission am 15. November ansprechen. (wap)

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