Forschung
Belastende Tierversuche nahmen im vergangenen Jahr zu

Im Jahr 2020 gab es in der Schweiz weniger Tierversuche. Doch der Rückgang ist nicht allen Versuchskategorien zu beobachten. Belastende Versuche haben deutlich zugenommen.

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Im letzten Jahr fanden weniger Tierversuche statt – aber nur leichte Versuche gingen zurück. (Symbolbild)

Im letzten Jahr fanden weniger Tierversuche statt – aber nur leichte Versuche gingen zurück. (Symbolbild)

Keystone

Rund eine halbe Million Tiere wurden im vergangen Jahr für wissenschaftliche Versuche benutzt. Das sind 2,8 Prozent weniger als im Jahr 2019, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin am Montag in einer Mitteilung schreibt. Tierfreunde könnten sich aber dieser Nachricht aber zu früh freuen: Versuche, die für die Tiere sehr belastend sind, haben nämlich um 7,8 Prozent zugenommen.

Laut dem Bundesamt handelt es sich dabei um einen langjährigen Trend: Die gesamte Anzahl an Versuchen nahm seit 2015 um 18 Prozent ab, während Versuche vierten Schweregrads seit 2013 kontinuierlich zunehmen.

Corona-Impfstoff an Tieren getestet

Bei den ersten zwei Belastungsstufen ist indes ein Rückgang zu beobachten. Versuche, in denen den Tieren nur beobachtet werden oder in denen ihnen nur kurzfristige und leichte Schmerzen zugefügt werden, nahmen um 1,2 Prozent ab. Neu ist ein Rückgang in der dritten Belastungsstufe ersichtlich, wobei es sich um Versuche mittlerer Belastung handelt. Der Rückgang beträgt dort 8 Prozent.

Im Jahr 2020 wirkte die Pandemie einerseits verstärkend auf den Rückgang, da gewisse Versuche nicht durchgeführt werden konnten. Andererseits wurden Tiere auch in der Covid-Forschung eingesetzt. In 18 Versuchen wurden insgesamt 1328 Tiere eingesetzt. Bei zehn dieser Versuche ging es um Covid-Impfstoffe. (gb)

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