Exit-Strategie des Bundesrats: Coiffeure und Gärtnereien können zuerst aufatmen

Der Bundesrat präsentiert seine Lockerungen in drei Schritten. Läden und Praxen können ihre Wiedereröffnung nun vorbereiten. Restaurants, Grossveranstaltungen und der Tourismus müssen nach wie vor zittern.

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Coiffeure können ihre Arbeit am 27. April wieder aufnehmen.

Coiffeure können ihre Arbeit am 27. April wieder aufnehmen.

Keystone

(sku) Die Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie werden schrittweise aufgehoben. Das hat der Bundesrat am Donnerstag beschlossen. «Die Massnahmen wirken, die Spitäler sind nicht überlastet», sagt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Durch die schrittweise Lockerung soll ein rascher Wiederanstieg verhindert werden. Alle Öffnungen müssen durch überzeugende Schutzkonzepte begleitet werden. Sie finden in drei Etappen statt:

  • 27. April: An diesem Tag sollen ambulante und stationäre medizinische Behandlung durch Ärzte, Zahnärzte und Physiotherapeuten wieder möglich sein. Um Stau bei Operationen zu vermeiden, sollen auch im Spital wieder alle Eingriffe durchgeführt werden. Auch personenbezogene Dienstleistungen wie Massagepraxen, Coiffeure, Gärtnereien, Tattoostudios und Blumenläden dürfen ab diesem Tag wieder öffnen. Eine Lockerung soll es auch für die Organisation von Beerdigungen geben. «Dort sind Schutzkonzepte einfacher umzusetzen und es werden keine grossen Personenströme verursacht», begründet Bundesrat Alain Berset den Entscheid. Man könne bei diesen Dienstleistungen trotz der körperlichen Nähe einfach rekonstruieren, welche Kontakte stattgefunden haben. Zudem könnte es für diese Betriebe zu einer Maskenpflicht kommen.
  • 11. Mai: Ab diesem Datum soll der Unterricht in obligatorischen Schulen wiederaufgenommen werden. Zudem können alle anderen Märkte und Läden wieder öffnen.
  • 8. Juni: Verlaufen die ersten beiden Lockerungs-Etappen vom 27. April und dem 11. Mai erfolgreich, sollen dann auch die Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen. «Wir brauchen eine gewisse Zeit, um die Folgen der Lockerungen analysieren und Anpassungen vornehmen zu können», sagt Berset. Der Entscheid über diese dritte Etappe werde voraussichtlich Ende Mai gefällt.

Veranstaltungen wie Fussballspiele oder Open-Airs werden in diesen drei Phasen nicht berücksichtigt. Diese wolle man global betrachten und an der nächsten Sitzung besprechen, sagt Berset. Bei Veranstaltungen sei das Risiko am grössten, sie werden voraussichtlich erst gegen Ende der Krise wieder zugelassen. Auch bezüglich Tourismus und Restaurants werden weitere Schritte geprüft.