Erneuerbares Heizen
Fotovoltaik auf dem Vormarsch, Öl-Heizungen aber weiterhin stark verbreitet

Eine grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist für die Förderung erneuerbarer Energien. Nicht alle wollen aber bei ihrer eigenen Heizung ansetzen.

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Die meisten Solaranlagen werden heute nachträglich auf die Dächer montiert. (Symbolbild)

Die meisten Solaranlagen werden heute nachträglich auf die Dächer montiert. (Symbolbild)

Keystone

Viele Schweizer Eigenheimbesitzerinnen- und -besitzer machen sich derzeit Gedanken über klimafreundliches Heizen. Das zeigt das neuste Kundenbarometer erneuerbare Energien, welches die Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit Raiffeisen und EnergieSchweiz am Mittwoch veröffentlicht hat. Die Umfrage fokussierte dieses Jahr auf das Heizen, Solaranlagen und Elektromobilität.

30 Prozent der Befragten nutzen gemäss der Studie klimafreundliche Heiztechnologien wie Wärmepumpen, Solarthermie und Fernwärme. Ölheizungen sind mit 28 Prozent jedoch noch weit verbreitet. Ein Fünftel derjenigen, die Ölheizungen nutzen, gaben an, diese in den nächsten fünf Jahren ersetzen zu wollen. Rund die Hälfte gab an, dass die Entscheidung über den Austausch der Heizung nicht bei ihnen, sondern beim Vermieter liegt. Bei den Eigenheimbesitzern gaben 50 Prozent an, dass sie grundsätzlich bereit wären, ihre Öl- oder Gasheizung durch eine umweltfreundlichere Technologie zu ersetzen.

Gebäudeintegrierte Solaranlagen noch wenig bekannt

Fotovoltaik-Anlagen sind derweil bei den Eigenheimbesitzern hoch im Kurs. Wie Raiffeisen in einer Mitteilung schreibt, besitzen 22 Prozent eine Solarstrom-Anlage, 30 Prozent könnten sich eine Anschaffung in naher Zukunft vorstellen. Wer keine eigene Anlage auf dem Dach will, begründet dies mit hohen Investitionskosten oder einem ungeeigneten Dach oder Standort. Laut der Umfrage findet das Wachstum der Solarenergie weitgehend in Form von Anlagen statt, die nachträglich aufs Dach montiert werden. Gebäudeintegrierte Anlagen seien nur wenig bekannt, auch wenn sie von einer Mehrheit als schön wahrgenommen werden, schreibt die Universität St. Gallen.

94 Prozent der Umfrageteilnehmer meinen zudem, dass Schweizer Energieversorger im Inland mehr in erneuerbare Energien investieren sollten. 77 Prozent finden, dass auch die Nationalbank bei ihren Investitionen vermehrt auf Klimaschutz achten sollte. Fast zwei Drittel sehen in Investitionen der Banken in Kohle, Öl oder Gas ein Risiko für den Schweizer Finanzplatz. (agl)

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