Entdeckung
Armee versteigerte unwissentlich Flugzeuge mit radioaktivem Material

In den Triebwerken alter Schweizer Militärflugzeuge wurde leicht radioaktives Material entdeckt. Die Armee, welche die Flugzeuge nach ihrem Einsatz versteigerte, musste alle neuen Besitzer ausfindig machen.

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Die Armee versteigerte vor über 30 Jahren 20 Flugzeuge des Typs C-3605.

Die Armee versteigerte vor über 30 Jahren 20 Flugzeuge des Typs C-3605.

Keystone

(agl) Im Jahr 1987 versteigerte die Armee zwanzig ausgediente Militärflugzeuge vom Typ C-3605. Sie befinden sich heute in der Schweiz und im Ausland, bei privaten Besitzern sowie bei Museen. Mehr als 30 Jahre nach dem Verkauf wurde bei Routinekontrollen in einem Entsorgungsbetrieb festgestellt, dass in den Triebwerken der Flugzeuge leicht radioaktives Material enthalten ist. Wie es in einer Mitteilung der Armee vom Mittwoch heisst, zeigten Untersuchungen, dass der Hersteller radioaktives Thorium genutzt hatte, um damit die Festigkeit der Triebwerksteile bei hohen Temperaturen zu gewährleisten.

Für die Triebwerke braucht es nach aktueller Strahlenschutzverordnung aber eine Umgangsbewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), weshalb die Armee dieser Tage die heutigen Eigentümer und Halter informierte. Laut Mitteilung haben diese zwei Möglichkeiten. Sie können die Triebwerke entweder auf Kosten des Bundes entsorgen lassen oder eine Bewilligung beim BAG beantragen.

Entsorgung kostet 250'000 Franken

Die Armee bietet den Haltern dabei ihre Unterstützung an. Für die fachgerechte, individuelle Entsorgung eines Triebwerkes durch Privatpersonen sei mit Kosten von rund 250'000 Franken zu rechnen. Bei den Instrumenten im Cockpit seien es rund 300 Franken.

Es sei aber gefahrlos möglich, die Triebwerke zu behalten, schreibt die Armee weiter. Eine Gefahr für die Gesundheit aufgrund der Radioaktivität könne ausgeschlossen werden, sofern das Triebwerk nicht mechanisch bearbeitet wird. Die Militärflugzeuge standen seit 1968 im Einsatz. «Bei 4 Triebwerken konnte der Besitzer oder Halter bis jetzt trotz intensiven Recherchen nicht ausfindig gemacht werden», heisst es in der Mitteilung.