Emix Trading
Nach umstrittenem Masken-Deal: Glarus reicht Anzeige gegen Zuger Firma ein

Der Kanton Glarus und sein Spital gehen juristisch gegen einen Maskenlieferanten vor. Die Firma soll zu Beginn der Coronapandemie unsichere und gefälschte Masken geliefert haben.

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Der Kanton Glarus geht nach einem umstrittenen Masken-Deal gegen die Zuger Firma Emix Trading vor. (Symbolbild)

Der Kanton Glarus geht nach einem umstrittenen Masken-Deal gegen die Zuger Firma Emix Trading vor. (Symbolbild)

Keystone

(sat) Zu Beginn der Coronapandemie hatten Glarus und sein Kantonsspital bei der Firma Emix Trading zehntausende Schutzmasken bestellt. Das Spital zahlte dafür pro Stück 7,90 Franken, der Kanton sogar 9,90 Franken. Doch im vergangenen März berichtete die «Rundschau» von Fernsehen SRF, die von dem Zuger Jungunternehmen gelieferten FFP2-Masken seien mangelhaft. Konkret seien die geforderten Sicherheitszertifikate gefälscht und die Schutzwirkung der Masken völlig ungenügend.

Nun reagieren der Kanton und sein Spital. Wie sie am Montag mitteilen, haben sie bei der Zürcher Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingereicht gegen eine Handelsfirma und gegen Unbekannt. Vorwurf: Betrug, Wucher und Gefährdung des Lebens. Weil aufgrund bisheriger Abklärungen Fragen offen blieben, solle die Strafjustiz diese nun klären, schreiben der Kanton und sein Kantonsspital. Nach dem Fernsehbericht seien Verhandlungen mit der Firma abgebrochen und weitere Abklärungen vorgenommen worden. Deren Ergebnisse hätten nun zu der Strafanzeige geführt.

Was noch an Lager ist

Die Emix Trading Gmbh, um die es sich laut Medienberichten handeln muss, ist 2016 in Uster ZH gegründet worden und heute in Zug domiziliert. Hinter dem Unternehmen stehen zwei inzwischen 23-Jährige sowie als Mitinhaber ein Zürcher Wirtschaftsanwalt. Aller Kritik zum Trotz nehmen die Jungunternehmer für sich in Anspruch, durch Importe von Schutzmaterial in der Coronakrise wertvolle Dienste geleistet zu haben.

So verkaufte Emix Trading etwa auch dem Bund mehrere Millionen Masken. Im vergangenen März hat das Unternehmen dem Bund jedoch angeboten, freiwillig und kostenlos alle noch eingelagerten Masken durch neue zu ersetzen. Auch der Kanton Glarus konnte einen Teil der Masken, die er beanstandete, laut Mitteilung bereits zum Einstandspreis zurückgeben oder gegen qualitativ bessere Masken umtauschen.