Digitalisierung
Bundesrat will elektronisches Patientendossier fördern

Attraktivität erhöhen und Daten zentral ablegen: Der Bundesrat will die Verbreitung und die Nutzung des elektronischen Patientendossiers gezielt fördern. Er hat deshalb eine Reihe von Massnahmen vorgeschlagen.

André Bissegger
Drucken
Teilen
Das elektronische Patientendossier wird im Verlauf des Jahres schrittweise eingeführt. (Symbolbild)

Das elektronische Patientendossier wird im Verlauf des Jahres schrittweise eingeführt. (Symbolbild)

Keystone

Der Bundesrat verspricht sich vom elektronischen Patientendossier (EPD) eine gestärkte Qualität der medizinischen Behandlung, verbesserte Behandlungsprozesse, eine erhöhte Patientensicherheit und ein effizienteres Gesundheitssystem. Er will daher die Verbreitung und Nutzung des EPD gezielt fördern. Dazu hat er an seiner Sitzung vom Mittwoch verschiedene Massnahmen vorgeschlagen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Er reagierte damit auf ein Postulat, mit dem er beauftragt wurde, einen entsprechenden Bericht abzulegen. Denn während das EPD im Verlauf des Jahres schrittweise flächendeckend eingeführt wird, ist es noch mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert.

Der Bundesrat schlägt vor, die Bevölkerung und die Gesundheitsfachpersonen mit verschiedenen Massnahmen für die Nutzung des EPD zu sensibilisieren. Auch sollen die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionalität optimiert werden, um es attraktiver zu machen. Der Bericht schlägt beispielsweise vor, eine zentrale Ablage für Daten zu ermöglichen, die rasch ändern können und möglichst vollständig verfügbar sein sollten, wie es weiter heisst. Beispielsweise Informationen über die Medikation.

Einige Massnahmen sind bereits umsetzbar

Zudem sei es wichtig, dass die Stellen, an denen die Bevölkerung ein EPD eröffnen kann, gut und rasch erreichbar sind und die Eröffnung ohne grossen Aufwand möglich ist – auch online. Der Bundesrat sei bereit, bis im Frühjahr 2022 zu prüfen, ob das aufwändige Zertifizierungsverfahren durch eine staatliche Anerkennung ersetzt werden soll.

Gemäss Bundesrat lassen sich einige der Massnahmen bereits heute umsetzen – beispielsweise regionale Informationskampagnen für die Bevölkerung oder die Befähigung von Gesundheitsfachpersonen noch während ihrer Aus- und Weiterbildung. Sie sollen daher rasch umgesetzt werden.

Andere Massnahmen benötigen Gesetzesanpassungen, unter anderem die zentrale Ablage für dynamische Daten. Die Landesregierung will daher das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) grundlegend prüfen und bis Ende Februar 2022 über das weitere Vorgehen entscheiden.

Aktuelle Nachrichten