Datenmanagement
Der Bundesrat läutet das Ende des Fax endgültig ein

Automatische Meldesysteme und ein nationales Register der Gesundheitseinrichtungen: Der Bundesrat will das Datenmanagement im Gesundheitsbereich nachhaltig verbessern.

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Daniel Koch vom BAG musste zu Beginn der Coronapandemie eingestehen: «Im Moment ist der Anstieg der Zahlen so schnell, dass wir Mühe haben, alle die Daten einzugeben, um die Analyse zu machen.» (Archivbild)

Daniel Koch vom BAG musste zu Beginn der Coronapandemie eingestehen: «Im Moment ist der Anstieg der Zahlen so schnell, dass wir Mühe haben, alle die Daten einzugeben, um die Analyse zu machen.» (Archivbild)

Keystone

Der Ausbruch der Coronapandemie im Frühjahr 2020 zeigte es schonungslos auf: Bei der Digitalisierung beim Bund gab es noch viel Luft nach oben. So stiess etwa das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wegen veralteter Technologien beim Erfassen von positiv ausgefallenen Covid-19-Tests an Kapazitätsgrenzen. Die Meldungen ans BAG erfolgten ursprünglich per Fax. Da das zur Verfügung gestellte Formular nicht maschinenlesbar war, musste es ausgedruckt und von Hand ausgefüllt werden.

Nun soll das Datenmanagement im Gesundheitsbereich mit verschiedenen Massnahmen nachhaltig verbessert werden. Das hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch entschieden, wie das BAG mitteilte. Hintergrund ist ein Bericht über die erste Phase der Coronapandemie. Er zeigt auf, welche Verbesserungsmassnahmen im Bereich Datenmanagement im Gesundheitswesen umgesetzt wurden und wo es noch Lücken gibt.

Automatische Meldesysteme sollen Aufwand minimieren

Ausserdem listet er fünf konkrete Massnahmen auf, die den Umgang mit Daten verbessern sollen. Die erste sieht den Aufbau eines nationalen Registers der Gesundheitseinrichtungen im Spitalbereich vor. Ebenfalls geplant sind automatische Meldesysteme zwischen verschiedenen Akteuren und ein Konzept für Identifikatoren der Gesundheitsregister. Zudem soll eine Fachgruppe von Bund, Kantonen und Verbänden geschaffen werden, um das gemeinsame gesamtheitliche Datenmanagement zu führen und zu steuern.

Die betroffenen Departemente haben nun bis im Juli Zeit, um über das weitere Vorgehen zu berichten. Der Bundesrat ist überzeugt: Die geplanten Massnahmen würden zu einer «langfristigen, nachhaltigen Verbesserung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen» beitragen. (abi)

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