Dank Fusionitis
Weniger Gemeinden mit zu vielen Zweitwohnungen

Die Zahl der Gemeinden, die zu viele Zweitwohnungen aufweisen, ist im letzten Jahr um 29 gesunken. In vielen Fällen ist dieser politisch gewünschte Rückgang jedoch auf Gemeindefusionen zurückzuführen.

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Darf als einzige Gemeinde nach einer Fusion im letzten Jahr nun wieder neue Zweitwohnungen bewilligen: Die Urner Gemeinde Auen.

Darf als einzige Gemeinde nach einer Fusion im letzten Jahr nun wieder neue Zweitwohnungen bewilligen: Die Urner Gemeinde Auen.

Manuela Jans-Koch

(sat) Seit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative 2012 dürfen in Gemeinden mit mehr als 20 Prozent Zweitwohnungen keine zusätzlichen Ferienwohnungen oder -häuser mehr gebaut werden. Wie das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) am Dienstag mitteilt, ist die Zahl der Gemeinden, welche diese Grenze überschreiten, im vergangenen Jahr von 371 auf 342 zurückgegangen.

Aufgrund von Fusionen ist die Anzahl der Gemeinden in der Schweiz im vergangenen Jahr um 30 auf noch 2172 Kommunen gesunken. Auch einige Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 Prozent haben fusioniert, wodurch laut ARE neun Zweitwohnungsgemeinden wegfielen. «Meist sank indes der Zweitwohnungsanteil nach der Fusion nicht unter 20 Prozent», schreibt der Bund. Dies zeige sich etwa bei der Gemeindefusion von Verzasca, bei der sich fünf Gemeinden zusammengeschlossen haben.

Nur eine Urner Gemeinde darf nach Fusion wieder Neubauten bewilligen

Gleiches gilt laut Bundesamt für Raumentwicklickung für die Gemeinden, die sich zu den neuen Gemeinden Muntogna da Schons und Val de Bagnes zusammengeschlossen haben. Insgesamt seien so im letzten Jahr aus elf Zweitwohnungsgemeinden durch Fusionen noch deren drei geworden.

Einzig die frühere Zweitwohnungsgemeinde Bauen (UR) weist laut ARE nach der Fusion mit Seedorf neu einen Zweitwohnungsanteil von unter 20 Prozent auf. Gemeinden, deren Zweitwohnungsanteil nach der jährlichen Neuberechnung durch den Bund neu unter oder über der 20-Prozent-Grenze liegen, können innert Monatsfrist gegenüber dem Bund Stellung nehmen und allenfalls ihr Wohnungsinventar präzisieren.