Covid-Vakzine
Europa-Chef von Moderna: Der Bund hat bei Beschaffung von Impfstoffen nichts verpasst

Eine mögliche staatliche Investition in die Lonza-Produktionsstätte in Visp hätte der Schweiz nicht schneller zu grossen Impfstoffmengen verholfen. Dies sagt der Europa-Chef von Moderna, Dan Staner.

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Dan Staner (r.), Europa-Chef von Moderna, mit Gesundheitsminister Alain Berset.

Dan Staner (r.), Europa-Chef von Moderna, mit Gesundheitsminister Alain Berset.

Keystone

(dpo) Lonza-Präsident Albert Baehny soll gemäss verschiedenen Medienberichten im Frühjahr 2020 gegenüber dem Bund den Vorschlag einer staatlichen Impfstoffproduktion vorgebracht haben. Doch bei Gesundheitsminister Alain Berset blitzte er dem Vernehmen nach ab. Der Bundesrat dementierte stets entsprechende Berichte.

Nun stützt der Europachef von Moderna, welches den Wirkstoff seines Vakzins in der Lonza-Produktionsstätte im Wallis herstellt, Bersets Aussagen. «Eine eigene Impfproduktionsstrasse hätte nicht mehr gebracht, als was die Schweiz jetzt sowieso hat», sagte Dan Staner gegenüber den Tamedia-Zeitungen am Freitag. «Der Bund hat nichts verpasst.»

Weiter sagt Staner: «Wir haben der Schweizer Regierung nie angeboten, Anlagen von uns zu kaufen. Wir verkaufen Impfdosen und keine Produktionsstrassen.» Finanzielle Investitionen seien heute sowieso nicht mehr das entscheidende Kriterium, um einen schnelleren Zugang zu Impfstoffen zu sichern. Der Flaschenhals liege anderswo, so der Europachef von Moderna: «Es ist vor allem eine Herausforderung, genügend qualifiziertes Personal zu finden. Wir brauchen spezialisierte Fachkräfte». Allein in der Schweiz habe Moderna sechzig Stellen ausgeschrieben.

Der Bund hat beim US-Pharmaunternehmen insgesamt 13,5 Millionen Impfdosen bestellt. Die Liefermenge von 1,4 Millionen Dosen habe Moderna laut Staner eingehalten. «Jetzt bald, im Mai und Juni, werden es weitere 5 Millionen Dosen sein. Aber Details, wann wie viel kommt, kann ich nicht geben», sagte er weiter.

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