Coronavirus
Fast alle Parteien und Verbände begrüssen Vorgehen des Bundesrats

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Drei-Phasen-Modell stösst bei den Parteien und Verbänden mehrheitlich auf Zustimmung. Es schaffe Perspektiven, so der Tenor. GastroSuisse ist hingegen enttäuscht.

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Bis auch die Innenräume der Restaurants wieder geöffnet werden können, dürfte es noch dauern. Trotzdem begrüssen die Parteien und Verbände das Drei-Phasen-Modell.

Bis auch die Innenräume der Restaurants wieder geöffnet werden können, dürfte es noch dauern. Trotzdem begrüssen die Parteien und Verbände das Drei-Phasen-Modell.

Keystone

(abi) Sowohl Die Mitte, die Grünen als auch die GLP sind mit dem Entscheid des Bundesrats, vorerst auf weitere Lockerungen zu verzichten, einverstanden und begrüssen das Drei-Phasen-Modell. «Wichtig ist, dass wir weiterhin solidarisch bleiben, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Erreichtes nicht aufs Spiel setzen», schreibt Die Mitte auf Twitter. GLP-Präsident Jürg Grossen betont auf dem Kurznachrichtendienst, dass die Lage für weitere Lockerungen zu fragil sei. «Mit dem 3-Phasen-Modell bietet der Bundesrat eine Perspektive zur Weiterentwicklung der Schutzmassnahmen.»

Wie für Grossen ist auch für Balthasar Glättli, Präsident der Grünen, die Verknüpfung mit der Impfbereitschaft wichtig. «Endlich: Der Bundesrat entwickelt Szenarien, die vom Impffortschritt abhängig sind», schreibt er auf Twitter. Gleichzeitig befürchtet er aber weiterhin, dass Tempo und Risiko zu gross seien.

Während die FDP den eingeschlagenen Weg zwar «billigt» und ihn als «Schritt in die Freiheit» bezeichnet, kritisiert sie in einer Mitteilung einmal mehr die« äusserst schleppende» Impfkampagne und das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Noch härter ins Gericht geht die SVP: «Der Bundesrat schiebt die Verantwortung auf die Bevölkerung ab und verweigert Rückkehr zur Normalität für die Geimpften, Getesteten und Genesenen», heisst es in einer Mitteilung. Für die SVP lassen sich die einschränkenden Massnahmen nicht mehr rechtfertigen.

Zu schnell oder doch zu langsam?

Erfreut zeigen sich die Sozialpartner. Der Arbeitnehmerverband Travail Suisse begrüsst die Perspektive, fordert aber von allen Seiten noch Geduld. Denn die Öffnungen in der momentanen ersten Phase würden sehr weit gehen, schreibt er in einer Mitteilung. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband geht es hingegen zu langsam – gerade bezüglich Homeoffice-Pflicht. Er habe kein Verständnis für dieses Hinauszögern, denn diese sei unnötig.

«Bitter enttäuscht» ist dagegen GastroSuisse, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Aussichten für das Gastgewerbe seien äusserst düster. Die Aussicht, frühestens Ende Mai die Innenräume der Restaurants öffnen zu können, bezeichnet der Verband als dramatisch. «Die Branche wird damit klar benachteiligt.» Für GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer ist klar: «Ein Branchenlockdown ist bei der aktuellen Situation auf den Intensivstationen nicht mehr zu begründen.»

Die Schweizerische Bar- und Clubkommission (SBCK) freut sich, dass Veranstaltungen je nach epidemiologischer Lage schon bald wieder durchgeführt werden können. «Wichtig wäre es nun, dass Pilotveranstaltungen auf kantonaler Ebene, schon früher durchgeführt werden können», heisst es in einer Mitteilung. «Daraus würden wichtige Erkenntnisse für die praktische Durchführung von Veranstaltungen mit Zugangangsbeschränkungen in der Schweiz resultieren.» Diesen Vorschlag hat die SBCK dem BAG bereits Ende März unterbreitet.