Coronavirus
Die Kräfte bündeln: Bundesrat Berset eröffnet WHO-Tagung

Bundesrat Alain Berset hat am Pfingstmontag die Tagung der Weltgesundheitsorganisation WHO eröffnet. Er rief dazu auf, die Kräfte zu bündeln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

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Startschuss für einen internationalen Pandemievertrag: Bundesrat Alain Berset eröffnete die WHO-Tagung.

Startschuss für einen internationalen Pandemievertrag: Bundesrat Alain Berset eröffnete die WHO-Tagung.

Foto: Keystone

Was mit der Corona-Pandemie über die Welt hereingebrochen ist, lässt manchen an der internationalen Kooperation zweifeln. Was bringt es, wenn Diplomaten und Politiker jahrelang feierliche Vereinbarungen verabschieden? Wenn das am Ende eine globale Tragödie mit Millionen Toten, neuer Armut und beispiellosen Wirtschaftseinbrüchen nicht verhindern kann? Wenn ein erbarmungsloses nationales Gezerre um Gesichtsmasken und Impfstoffe einsetzt, bei dem die Ärmsten auf der Strecke bleiben?

So etwas soll sich nicht wiederholen - deshalb wollen Deutschland und rund zwei Dutzend andere Länder auf der virtuellen Jahrestagung der WHO den Startschuss für einen internationalen Pandemievertrag geben. Ziel ist etwa, Staaten zu besserem Informationsaustausch zu verpflichten, damit bei Gefahren früher Alarm geschlagen und eine Virusausbreitung rund um den Globus verhindert werden kann. Einige Länder sind dagegen, weil sie einen Souveränitätsverlust befürchten. Die Schweiz unterstützt die Idee des Pandemievertrags, wie Bundesrat Alain Berset am Pfingstmontag in seiner Eröffnungsrede sagte.

Internationale Zusammenarbeit stärken

Berset betonte, dass nationale Antworten auf eine globale Krise nicht ausreichen und die Notwendigkeit und die Schwierigkeiten einer mulitlateralen Zusammenarbeit zeigen würden. «Es ist unsere Verantwortung, die Gesundheit aller zu schützen. Und nur gemeinsam und durch einen kollektiven Ansatz können wir dies erreichen», sagte der Gesundheitsminister und sprach von vielfältigen und anspruchsvollen Herausforderungen. Um diese zu meistern, schlug er drei Prioritäten vor.

So soll die «grundlegende Rolle des Mulitlateralismus» bekräftigt werden. Kein Land könne diese Gesundheitskrise allein bewältigen, sagte Berset. «Die innovativen Kooperationen mit der Privatwirtschaft sind eine Chance, ein globales Gesundheitsschutzsystem aufzubauen, in dessen Zentrum die WHO steht.»

Forderung nach einer starken WHO

Weiter soll die Rolle der WHO gestärkt werden. Berset: «Wenn wir wollen, dass sie in Krisen wirksam ist, müssen wir als Mitgliedsstaaten sie mit ausreichenden Kompetenzen und einer vorhersehbaren und unabhängigen Finanzierung ausstatten - vor allem für das Notfall-Gesundheitsprogramm.»

Als dritte Priorität nannte der Gesundheitsminister den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Die Vorsorge und der kollektive Kampf gegen Pandemien müssten wie der internationale Frieden und die Sicherheit als eine Investition in den Schutz der Bevölkerung anerkannt werden. «Die gesundheitlichen und sozioökonomischen Folgen der Pandemie haben die Ungleichheiten vertieft und die Feindseligkeiten angeheizt», sagte Berset. Die Schweiz glaube daher, dass der Dialog über Gesundheit von grundlegender Bedeutung sei, um eine gemeinsame Basis für den Frieden zu finden. (abi/dpa)