Coronavirus
Bund will Kosten für präventive Tests in Altersheimen übernehmen

Der Bund will die Testung von symptomlosen Personen fördern. Dazu soll er unter anderem präventive Tests in Alters- und Pflegeheimen finanzieren. Eine Kostenübernahme lehnt er bei Massentests ab.

Dario Pollice
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Bei präventiven Tests in Altersheimen soll der Bund die Kosten übernehmen. (Symbolbild)

Bei präventiven Tests in Altersheimen soll der Bund die Kosten übernehmen. (Symbolbild)

Keystone

Etwa die Hälfte der hiesigen Todesfälle an Covid-19 sind gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen zu verzeichnen. Der Bund musste sich daher oft die Frage gefallen lassen: Wieso wird hier nicht mehr getestet? So verlangte etwa der Heimverband Curaviva regelmässige, präventive Tests für das Heimpersonal. Die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Die Kritik scheint beim Bundesrat angekommen zu sein, denn nun schlägt er den Kantonen eine Ausweitung der Teststrategie vor. Er hat am Freitag eine Konsultation eröffnet. Konkret soll der Bund künftig die Kosten für präventive PCR-Tests und Schnelltests in Alters- und Pflegeheimen, Spitex, und weiteren sozialmedizinischen Institutionen und Spitälern übernehmen. Bisher mussten Tests bei symptomlosen Persone entweder vom Kanton oder von der betreffenden Person selber bezahlt werden.

Schnelltests auch für Heimbesucherinnen

Dadurch sollen auch Besucherinnen und Besucher von Altersheimen sich kurz vor dem Besuch mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen, schreibt das BAG. Zudem sieht der Vorschlag vor, dass das Personal der Alters- und Pflegeinstitutionen geschult werden soll, damit es die Tests vor Ort selbständig durchführen könnte.

Bund will Massentests nicht bezahlen

Im Gegensatz dazu soll der Bund Massentests weiterhin nicht vergüten. Diese wurden etwa in der Bernina Region im Kanton Graubünden durchgeführt. Einmalige Massentests hätten bloss kurzfristige Erfolge gezeigt und es fehle zum Teil an wissenschaftlicher Evidenz, schreibt das BAG dazu. Zum anderen seien die Kosten solcher Tests nicht zu unterschätzen. Das Bundesamt für Gesundheit stehe aber Kantonen, die sich dennoch für Massentests interessierten, beratend zur Seite.

Nebst der Förderung von präventiven Tests in Alters- und Pflegeheimen fasst der Bund auch eine Kostenübernahme von repetitiven Tests bei Situationen mit erhöhtem Übertragungsrisiko ins Auge. Dazu zählten etwa die jüngsten Ausbrüche der neuen Virusvarianten in Wengen oder in St. Moritz, heisst es im Schreiben des BAG.

Wiederholte Tests könnten aber auch in Schulen, Ausbildungsstätten und Betrieben angeordnet werden und der Bund würde die Kosten dafür übernehmen. Allerdings erwartet das BAG hier von den entsprechenden kantonalen Stellen ein detailliertes Konzept.