Coronavirus
Noch zwei Anbieter im Rennen: Bund ist beim Covid-Zertifikat einen Schritt weiter

Das Covid-Zertifikat nimmt Form an. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat sich entschieden, zwei technische Lösungen weiterzuverfolgen. Im Mai fällt der definitive Entscheid.

André Bissegger
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Wer gegen Corona geimpft ist, soll dies künftig mit einem Covid-Zertifikat nachweisen können.

Wer gegen Corona geimpft ist, soll dies künftig mit einem Covid-Zertifikat nachweisen können.

Keystone

Das Ziel des Bundes ist klar: Bis im Sommer soll die Schweiz über ein einheitliches, fälschungssicheres und international anerkanntes Covid-Zertifikat verfügen. Insgesamt wurden dazu von verschiedenen Anbietern rund 50 Lösungsangebote eingereicht. Zwei dieser technischen Ansätze will das BAG nun bis Ende Mai weiter verfolgen, wie es am Donnerstag bekannt gab. Dazu zählt die Lösung des Bundesamtes für Informatik (BIT) und jene von Sicpa/Elca. Dem Entscheid gingen neben der Prüfung auch Anhörungen mit Digital Switzerland, EconomieSuisse, CH++ und dem ETH-Rat voraus.

Elca, ein Schweizer IT-Dienstleister, bietet gemäss BAG zusammen mit dem Westschweizer Unternehmen Sicpa die «Certus Digital Seal»-Technologie an. Der Vorteil dieser Lösung: Bereits funktionierende Komponenten sind schon vorhanden und die Unternehmen bringen die zur Weiterentwicklung notwendige Engineering-Kompetenz mit.

Definitiver Entscheid fällt Mitte Mai

Mitte Mai soll die definitive Variante gewählt werden. Das BAG will bei den Projektarbeiten sämtliche Kreise einbeziehen, die mit dem Covid-Zertifikat arbeiten müssen. Dazu zählen Kantone, Pharmaswiss, die impfenden Ärzte oder die Apotheker. Dadurch will der Bund sicherstellen, dass eine praxistaugliche und anwenderfreundliche Lösung gefunden wird.

Stehen die technischen Lösungen bereit, folgen Tests. Dabei geht es um die Sicherheit des Systems und um die Authentisierung der Stellen, die das Zertifikat ausstellen werden.

Viele Anforderungen an Covid-Zertifikat

Die Anforderungen an das Covid-Zertifikat sind vielfältig. Es muss persönlich und fälschungssicher sein sowie eine dezentrale Datenspeicherung, Datenschutz und -sicherheit sowie die Kompatibilität mit dem «Digital Green Certificate» der EU sicherstellen, wie es weiter heisst. Dazu soll das Zertifikat auf dem Smartphone wie auch in Papierform ausgestellt werden können. Schliesslich soll es für die Ein- und Ausreise in andere Länder verwendet werden können und mit internationalen Lösungen kompatibel sein.

Das Zertifikat ist für alle gedacht, die geimpft, genesen oder zeitnah negativ getestet worden sind. Es wird dort ausgestellt, wo getestet oder geimpft wird. Die Daten zum Impf-, Test- oder Genesenen-Status bleiben nur dort und bei den betroffenen Personen gespeichert. Bis es erhältlich und gültig ist, gelten gemäss BAG weiterhin die Impfnachweise der Impfstellen sowie Atteste einer Genesung oder eines Tests.