Coronavirus
Ackermann: «Die richtige Zeit zum Impfen ist jetzt»

Trotz Delta-Variante ist die epidemiologische Lage in der Schweiz gut. Damit das so bleibt, rufen die Fachexperten des Bundes alle dazu auf, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen.

André Bissegger
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Die Fachexperten des Bundes sind zuversichtlich für den Sommer.

Die Fachexperten des Bundes sind zuversichtlich für den Sommer.

Keystone

Trotz wieder steigender Fallzahlen zeigen sich die Fachexperten des Bundes positiv. Die epidemiologische Lage in der Schweiz sei noch immer «sehr gut», sagte Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien. Trotzdem müsse man vorsichtig bleiben – gerade auch wegen der Delta-Variante, die in der Schweiz auf dem Vormarsch ist.

Laut Masserey beträgt ihr Anteil bereits rund 30 Prozent. «Es sind vor allem die Jüngeren, die sich infizieren», sagte sie und rief dazu auf, sich impfen zu lassen. Denn ein Blick nach Grossbritannien oder Israel zeige, dass die Impfung auch bei der Delta-Variante vor schweren Verläufen und Todesfällen schütze. Ihr Appell gilt aber nicht nur den Jüngeren, sondern auch den besonders gefährdeten Personen, von denen noch immer 10 bis 15 Prozent nicht geimpft seien. Mit ihnen steht und fällt die Situation im Gesundheitswesen.

Delta-Variante verdoppelt sich wöchentlich

Auch Taskforce-Chef Martin Ackermann sprach von einer guten Ausgangslage für den Sommer, auch wenn sich der Anteil der Delta-Variante derzeit «wöchentlich verdoppelt». Gleichzeitig warnte er davor, dass die Fallzahlen im Sommer mit einer nur teilweise geimpften Bevölkerung wieder stark ansteigen könnten. «Wir sind noch nicht ganz aus der Gefahrenzone», sagte er. Der einfachste und effektivste Weg dazu sei, mehr zu impfen.

Da es sechs Wochen daure bis zum kompletten Impfschutz, solle man mit dem Impfen nicht zuwarten, bis die Zahlen wieder stark ansteigen würden. «Wir haben den besten Impfstoff in genügender Menge. Die richtige Zeit zum Impfen ist jetzt.»

Keine Todesfälle nach Impfung in der Schweiz

Christoph Küng, Leiter der Abteilung Arzneimittelsicherheit bei Swissmedic, versuchte derweil, weitere Ängste und Sorgen zu zerstreuen. Wer sich impfen lasse, der müsse mit Nebenwirkungen rechnen. Diese seien zwar nicht angenehm, gingen aber vorüber. «Bis heute gibt es bei uns keine Fälle, in denen die Impfung zum Tod geführt hat», betonte er. Es gebe auch keine Hinweise auf Fruchtbarkeitsstörungen – auch wenn sich dieses Gerücht in gewissen Teilen der Bevölkerung offenbar hartnäckig hält. Laut Küng reagieren Menschen mit einem starken Immunsystem jedoch stärker auf die Impfung.

Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärzinnen und -ärzte (VKS), erklärte, dass sich die Kantone bereits auf die Herbst- und Wintersaison vorbereiten würden. Sie rechnet mit lokalen und regionalen Ausbrüchen und einer Zunahme der Fallzahlen, wie sie sagte. Aktuell würden sich die Kantone mit offenen Fragen beschäftigen. Es geht darum, wie beispielsweise eine allfällige Impfauffrischung vorbereitet werden muss oder wie viele Impfzentren es zusätzlich noch braucht. Auch Fragen zum Contact Tracing und zum Covid-Zertifikat stehen laut der Berner Kantonsärztin im Raum.