Coronapolitik
Gewerbeverbandspräsident: «Impfappell der Wirtschaft kam vielleicht zu spät»

Der Gewerbeverband wehrt sich gegen die Ausweitung des Covid-Zertifikats. Wichtig sei es, die Bevölkerung zu impfen. Der Appell der Wirtschaft sei aber spät gekommen.

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Mitte-Nationalrat und Gewerbeverbandspräsident Fabio Regazzi: «Wir sind davon ausgegangen, dass die Impfkampagne erfolgreicher wäre.»

Mitte-Nationalrat und Gewerbeverbandspräsident Fabio Regazzi: «Wir sind davon ausgegangen, dass die Impfkampagne erfolgreicher wäre.»

Keystone

Vergangenen Mittwoch hatte der Gewerbeverband zusammen mit Economiesuisse und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband zum Impfen aufgerufen. «Vielleicht zu spät», wie Verbandspräsident Fabio Regazzi am Samstag in einem Interview mit Radio SRF sagte. Regazzi zeigt sich enttäuscht von der tiefen Impfquote: «Wir sind davon ausgegangen, dass die Impfkampagne erfolgreicher wäre.»

Das ist laut Regazzi der Grund, weshalb die Wirtschaftsverbände erst jetzt zum Impfen aufgerufen haben. In ihrem Appell forderten sie die Arbeitgeber dazu auf, Impfungen während der Arbeitszeit zu ermöglichen. Dabei soll es aber bleiben. Regazzi wehrte sich im Gespräch mit SRF dagegen, die Arbeitgebern in der Bekämpfung der vierten Welle stärker in die Pflicht zu nehmen, etwa beim Testen.

Auch das Covid-Zertifikat soll nicht über die Präsenz am Arbeitsplatz entscheiden. «Der Arbeitgeber könnte als Polizist wahrgenommen werden», sagte Regazzi. So würde die Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verschlechtert.

Sowieso sieht Regazzi weniger akuten Handlungsbedarf als die Behörden. «Es braucht nun keine Schwarzmalerei, sondern eine ausgewogene Beurteilung». Regazzi stellte zudem in Abrede, dass die Spitäler derzeit voll seien. «Aber in der Tendenz müssen wir uns Sorgen machen.» (gb)

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