Coronapandemie
Wegen Selbsttests: Positivitätsrate ist kein Kriterium mehr für Bundesratsentscheide

Die Testoffensive und die Selbsttests verzerren die Positivitätsrate. Der Bundesrat verzichtet deshalb künftig darauf, den Richtwert in seine Entscheide zu den Massnahmen einzubeziehen.

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Nur wenn ein Selbst- oder Schnelltest positiv ist, muss er dem BAG gemeldet werden. Dies verzerrt die Positivitätsrate. (Symbolbild)

Nur wenn ein Selbst- oder Schnelltest positiv ist, muss er dem BAG gemeldet werden. Dies verzerrt die Positivitätsrate. (Symbolbild)

Keystone

(gb) Der Bundesrat wird sich bei seinen künftigen Entscheiden zu Lockerungen oder Verschärfungen der Pandemiemassnahmen nicht mehr auf die Positivitätsrate stützen. Dies berichtet der «SonntagsBlick». Eine Sprecherin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bestätigt den Zeitungsbericht gegenüber CH Media, indem sie auf ein entsprechendes Faktenblatt des BAG verweist.

Darin heisst es: «Im Vergleich zum letzten Öffnungsschritt vom 22. März wird auf die Positivitätsrate als Richtwert verzichtet, da diese im Rahmen der Ausweitung der Teststrategie in den nächsten Wochen an Aussagekraft und damit Bedeutung verlieren wird». Der Grund dafür sei, dass bei Selbst- und Massentests nur die positiven Ergebnisse dem BAG gemeldet werden müssen. Damit verzerre sich die Rate der positiven Testergebnisse nach oben. Die Aussicht auf Lockerungen würde damit getrübt.

Positivitätsrate wird auch in Fachwelt weniger wichtig

Mit dem Entscheid, die Positivitätsrate aussen vor zu lassen, wagt der Bundesrat keinen Alleingang. Wie das BAG weiter schreibt, sei sich die Fachwelt einig, dass die Positivitätsrate künftig an Gewicht verlieren werde. Gemäss dem Faktenblatt wird der Bundesrat nächsten Mittwoch noch auf fünf Kriterien Bezug nehmen: Die 14-Tages-Inzidenz der Fälle, die Auslastung der Intensivstationen, die Reproduktionszahl (R-Wert) sowie die 7-Tages-Schnitte der Hospitalisationen und Todesfälle.

Verschiedene Kantone hatten die Positivitätsrate als Kriterium ebenfalls infrage gestellt und teils bereits selber beschlossen, auf diese zu verzichten, wie der «SonntagsBlick» in Erfahrung bringen konnte.

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