Coronapandemie
Bundes-Experten mit vielen guten Nachrichten – ein Wermutstropfen bleibt

Die epidemiologische Situation in der Schweiz entwickelt sich weiterhin gut, neu können auch Jugendliche geimpft werde. Die grosse Unbekannte bleibt jedoch die Delta-Variante.

Alice Guldimann
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BAG-Chefin Anne Lévy freut sich über die Impfbereitschaft der Bevölkerung, die höher ist als erwartet.

BAG-Chefin Anne Lévy freut sich über die Impfbereitschaft der Bevölkerung, die höher ist als erwartet.

Keystone

Zuerst die guten Nachrichten: Die Lage in der Schweiz sieht gut aus. Die Fallzahlen sind rückläufig, die Inzidenz pro 100'000 Einwohner liegt unter 50, die Reproduktionszahl konstant unter 1. Gleichzeitig schreitet die Impfkampagne rasch voran. Wie Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien erklärte, werden die Wartelisten der Impfzentren bereits langsam kürzer. Aus einigen Kantonen komme bereits das Feedback, dass die Nachfrage langsam rückläufig sei.

«Die Impfbereitschaft ist höher, als wir es erhofft haben», führte Lévy weiter aus. Nun gelte es aber noch, diejenigen zu erreichen, die sich beispielsweise aufgrund von Sprachbarrieren noch nicht für die Impfung angemeldet haben. Deshalb stelle das BAG Informationen in zahlreichen Sprachen zur Verfügung und sei neben Plakaten auch auf Social Media vertreten.

Impfempfehlung auf 12- bis 15-Jährige ausgeweitet

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, konnte zudem am Dienstag mitteilen, dass die Impfempfehlung auf 12- bis 15-Jährige ausgeweitet wird, die sich impfen lassen möchten. Diese könnten sich so vor einem zwar seltenen schweren Verlauf schützen, aber auch negative Auswirkungen von Quarantäne oder Isolation vermeiden. Besonders empfohlen werde die Impfung aber denjenigen Jugendlichen, die an einer chronischen Krankheit leiden oder engen Kontakt mit Personen haben, die besonders gefährdet sind.

Weiter führte Berger am Dienstag aus, dass die Schutzdauer nach vollständiger Impfung gegen schwere Covid-Verläufe bei gesunden Erwachsenen wesentlich länger als 12 Monate beträgt. Bedarf und Zielgruppe für Auffrischimpfungen könne man daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen.

Neben all den positiven Entwicklung gibt es aber immer noch einen Unsicherheitsfaktor in Gestalt der Delta-Variante. In Grossbritannien hat deren Verbreitung zu erneuten Lockdowns geführt. Laut Patrick Mathys, Leiter der Sektion beim BAG, nahm die Anzahl Infektionen mit der Delta-Variante in den letzten Tagen auch in der Schweiz deutlich zu. Aktuell seien hierzulande rund 10 Prozent der Fälle auf die Variante zurückzuführen. Ob und in welchem Umfang die Situation in Grossbritannien auf die Schweiz übertragen werden könne, sei jetzt noch nicht klar, so Mathys. Jetzt gelte es, die Situation «im Auge zu behalten».

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