Pandemie
Auch aus Delta-Hotspots: Bundesrat erleichtert Einreise in Schweiz

Der Bundesrat lockert nicht nur, sondern erleichtert auch die Einreise in die Schweiz. Für Reisende aus dem Schengen-Raum entfällt die Quarantänepflicht. Selbst für Geimpfte und Genese aus Indien oder Grossbritannien, wo die Delta-Variante dominiert.

Dario Pollice
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Die Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ist geschrumpft. (Symbolbild)

Die Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ist geschrumpft. (Symbolbild)

Keystone

Der Bundesrat hat am Mittwoch die Vorgaben für Einreisen in die Schweiz gelockert. Dies hatte er bereits in der Konsultation mit den Kantonen vorgeschlagen. Neu werden Einreisende aus dem Schengenraum von der Quarantänepflicht befreit. Einen Test müssen nur noch mit dem Flugzeug eingereiste Personen vorweisen, die weder geimpft noch genesen sind. Allerdings werden weiterhin die Kontaktdaten bei der Einreise mit dem Flugzeug erfasst.

Weiter lockert der Bundesrat auch die noch bestehenden Einreisebeschränkungen für «nachweislich geimpfte Drittstaatsangehörige», wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) heisst. Dadurch sei auch die Einreise von Drittstaatsangehörigen aus Ländern wie den USA, Albanien oder Serbien erneut möglich.

Einreisebestimmungen gelockert: Keine Quarantäne mehr bei Einreise aus Schengen-Raum

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Keine Quarantäne für Geimpfte aus Indien oder GB

Die bisherige Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wird ebenfalls stark reduziert. Sie enthält nur noch Staaten oder Gebiete, in denen «für die Schweiz besorgniserregende Virusvarianten zirkulieren». Geimpfte und genesene Personen aus diesen Gebiet können jedoch ohne Test- und Quarantänepflicht einreisen.

Konkret heisst das: Auch für Geimpfte und Genesene aus Staaten in denen die Delta-Variante dominiert, sprich Indien oder Grossbritannien, besteht keine Test- und Quarantänepflicht, «solange sicher ist, dass die Impfung einen guten Schutz bietet», wie das EDI weiter schreibt. Die in der Schweiz eingesetzten Impfungen böten einen nur leicht reduzierten und damit weiterhin sehr hohen Schutz gegen die Delta-Variante.

Dieser Schritt ist doch erstaunlich, denn die Delta-Variante stellt nach wie vor einen Unsicherheitsfaktor dar. In Grossbritannien hat deren Verbreitung zu erneuten Lockdowns geführt. Zudem sagte Patrick Mathys vom BAG am Mittwoch, dass die Anzahl Infektionen mit der Delta-Variante in den letzten Tagen auch in der Schweiz deutlich zugenommen habe. Aktuell seien hierzulande rund 10 Prozent der Fälle auf diese zurückzuführen. Im Vergleich zur Alpha-Variante weise die Delta-Mutation dabei eine höhere Übertragbarkeit auf, so Mathys.