Coronamassnahmen
Freude herrscht: Geplante Öffnung stösst auf breite Zustimmung – Gastrobranche atmet auf

Für einmal werden die vom Bundesrat angekündigten Lockerungsschritte weitum begrüsst. Erleichtert zeigt sich GastroSuisse über die Öffnung der Beizen, kritisiert aber den Zeitplan.

André Bissegger
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GastroSuisse ist erleichtert über die geplanten Öffnungsschritte. (Symbolbild)

GastroSuisse ist erleichtert über die geplanten Öffnungsschritte. (Symbolbild)

Keystone

Der Stein, der GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer vom Herzen fiel, war beinahe zu hören. «Endlich kann die Branche auf eine vollständige Öffnung hoffen», sagte er am Mittwoch vor den Medien. «Unsere Branche musste lange ausharren, nun sind wir überaus erleichtert.» Sie seien mit vielen Entscheiden nicht einverstanden gewesen, doch nun gehe es in die richtige Richtung. Gleichzeitig versprach Platzer, dass die Gastronomen alles daran setzen würden, damit die Schutzkonzepte eingehalten werden.

Ob der Bundesrat die Innenbereiche der Restaurants per 31. Mai tatsächlich öffnet und die weiteren Lockerungen beschliesst, entscheidet er am 26. Mai. Für Platzer geht das zu lange. Der GastroSuisse-Präsident sprach bezüglich Zeitplan von einem «Wermutstropfen». Würde der Beschluss bereits in einer Woche verabschiedet, dann könnten die Betriebe allenfalls bereits am Pfingstwochenende komplett öffnen. «Ein schnelleres Vorgehen hätte eine grosse Bedeutung für die Branche.»

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) und die FDP schliessen sich dieser Kritik an. Warum mit der Öffnung der Innenräume weitere zwei Wochen zugewartet werde, sei nicht nachvollziehbar, schreibt der SGV. Er beurteilt den Öffnungsschritt insgesamt als «zu zögerlich, zu langsam und zu wenig weitgehend». Die besondere Lage müsse aufgehoben und die wissenschaftliche Task Force aufgelöst werden.

Die FDP wiederum fragt sich, weshalb noch so lange zugewartet werde, wenn sich die epidemiologische Lage doch so positiv entwickle. «Denn jeden Tag länger warten, schadet insbesondere der Gastronomie», betonen die Freisinnigen in einer Mitteilung.

SP, Die Mitte und die Grünen mahnen zur Vorsicht

Die SP hingegen ist vor allem darüber erleichtert, dass sich die epidemiologische Lage zurzeit stabilisiert und sogar verbessert. Punkto Zeitplan will sie jedoch keinen Druck aufsetzen: «Ab wann nächste Öffnungsschritte in Innenräumen möglich sind, ist davon abhängig zu machen, ob die Fallzahlen weiterhin sinken und die Impfkampagne voranschreitet», schreibt sie.

Das findet auch die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK): Die schrittweise Öffnung sollte angesichts der fortschreitenden Impfung und mit Blick auf die epidemiologische Lage fortgeführt werden können – «Zwischen den einzelnen Etappen ist aber ausreichend Zeit einzuplanen», fordern die Kantone in einer Mitteilung.

Derweil ruft Die Mitte genauso wie Grünen-Präsident Balthasar Glättli auf Twitter dazu auf, weiterhin vorsichtig zu bleiben. Weitere vorsichtige Coronaöffnungsschritte seien verständlich, Abstand, Masken, Tests, Impfungen und Vorsicht blieben aber zentral, schreibt Glättli.