Coronakrise
Stadt Bern rechnet mit über 50 Millionen Defizit – trotz Millionen-Sparpaket

Die Stadtberner Regierung rechnet für 2022 mit einem Defizit von 50,6 Millionen Franken. Ohne Sparprogramm würde ein Verlust von über 80 Millionen drohen.

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Wirtschaftlicher Einbruch: Die Coronakrise hinterlässt im Budget der Stadt Bern tiefe Spuren. (Symbolbild)

Wirtschaftlicher Einbruch: Die Coronakrise hinterlässt im Budget der Stadt Bern tiefe Spuren. (Symbolbild)

Keystone

Die durch die Coronapandemie hervorgerufene wirtschaftliche Unsicherheit bestehe weiter, schreibt der Gemeinderat der Stadt Bern in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung zum Budget 2022. Bei einer Haushaltsgrösse von 1,3 Milliarden Franken rechnet er darin mit einem Defizit von 50,6 Millionen Franken. Mit einem Sparpaket sollen 32 Millionen Franken eingespart werden. Ohne diese Entlastungsmassnahmen würde das Defizit noch höher ausfallen.

Die Steuereinnahmen dürften sich nächstes Jahr gemäss Voranschlag des Gemeinderates leicht erhöhen und etwa 10 Millionen Franken mehr einbringen als im Vorjahr. Wie viel Geld tatsächlich in die bernischen Kassen fliessen werde, hänge aber von den Auswirkungen der Pandemie und der Wirkung der Unterstützungsmassnahmen von Bund und Kantonen ab, schreibt die Stadtregierung.

Ambitionierte Ziele weiterhin möglich

Eine grosse Belastung für das Budget stellen laut dem Gemeinderat die hohen städtischen Investitionen dar. Die Abschreibungen für diese wachsen 2022 gegenüber dem Vorjahr um 14,5 Prozent. Ins Gewicht falle aber auch, dass die Stadt 11,4 Millionen Franken mehr an Transferzahlungen für den Lastenausgleich leisten müsse. Dies komme einem Anstieg um zwei Prozent gleich.

Eine neu verabschiedete Finanzstrategie soll nun sicherstellen, dass die Stadt Bern über längere Zeit einen «mindestens ausgeglichenen» Finanzhaushalt aufweisen könne. Ambitionierte Ziele bei Klimaschutz, Kulturangebot und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien weiterhin möglich, so der Stadtrat. (wap)