Coronakrise
Preisüberwacher hatte wegen Corona viel zu tun

Gesundheitswesen, öffentlicher Verkehr und Finanzdienstleistungen standen letztes Jahr im Fokus der Arbeit von Preisüberwacher Stefan Meierhans.

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Preisüberwacher Stefan Meierhans nahm im Coronajahr 2020 unter anderem den Markt für Desinfektionsmittel unter die Lupe. (Archivbild)

Preisüberwacher Stefan Meierhans nahm im Coronajahr 2020 unter anderem den Markt für Desinfektionsmittel unter die Lupe. (Archivbild)

Keystone

(wap) Die sprunghafte Zunahme der Nachfrage nach Masken, Desinfektionsmitteln und Ethanol im Frühling 2020 beschäftigte auch den Preisüberwacher. Dieser habe Marktbeobachtungen eingeleitet, heisst es in dessen Jahresbilanz, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Bereits ab Mai habe sich die Angebotslage stabilisiert, damit seien auch die Preise wieder gesunken. Untersuchungen bei der Ethanol-Importeurin Alcouisse hätten gezeigt, dass die Preissteigerung bei dem damals als Ausgangsstoff für Desinfektionsmittel begehrten Rohstoff auf die weltweite Mangellage und gestiegene Weltmarktpreise zurückzuführen gewesen sei.

Interveniert habe der Preisüberwacher bei den Kosten der Coronatests, die anfangs bei 180 Franken pro Test lagen. Das zuständige Eidgenössische Departement des Innern habe daraufhin den Preis in mehreren Schritten deutlich gesenkt. Weiter wandte sich der Preisüberwacher in der Krise an Finanzinstitute. Diese wurden vom Preisüberwacher ersucht, die Transaktionskosten bei Kleinstzahlungen mit Debitkarten zu senken. Dies, damit Kleinunternehmer nicht unter dem aus Hygienegründen empfohlenen bargeldlosen Zahlen leiden müssten. Die Intervention habe Erfolg gehabt, resümiert der Preisüberwacher: «Mit Genugtuung konnte der Preisüberwacher feststellen, dass die SIX Payment Services AG und die Concardis Schweiz AG Massnahmen zugunsten der Kleinunternehmen ergriffen.»

Über 1500 Bürgermeldungen

Beim öffentlichen Verkehr habe man mit der SBB zusammengearbeitet, um zu verhindern, dass eine Erweiterung der Sparmöglichkeiten beim Ticketkauf zu einer Erhöhung der Passagierzahlen während der Pandemie führten, meldet der Preisüberwacher weiter. Insgesamt bearbeiteten Preisüberwacher Stefan Meierhans und sein Team im vergangenen Jahr 1588 Bürgermeldungen. 18 Prozent davon betrafen das Gesundheitswesen, 14 Prozent den öffentlichen Verkehr und 8,5 Prozent den Bereich Telekommunikation. Dabei habe der Preisüberwacher 13 einvernehmliche Lösungen erzielt.