Städte und die Coronakrise
160-Millionen-Defizit: Zürich gerät noch tiefer in die roten Zahlen

Wie anderen Städten der Schweiz macht die Coronakrise auch Zürich weiter zu schaffen: Sie rechnet nächstes Jahr mit einem Defizit von 158,4 Millionen Franken. Gedeckt werden soll es aus den Reserven.

Drucken
Teilen
Die Stadt Zürich kommt so schnell nicht mehr aus den roten Zahlen. (Symbolbild).

Die Stadt Zürich kommt so schnell nicht mehr aus den roten Zahlen. (Symbolbild).

Keystone

Mehr Ausgaben, stagnierende Steuereinnahmen: Wie schon im laufenden Jahr wird die Stadt Zürich auch 2022 deutlich mehr Geld ausgeben als sie einnimmt. Trotz des für 2022 budgetierten Defizits von 158,4 Millionen Franken will der Stadtregierung die Steuern aber nicht erhöhen. Dies teilte der Stadtrat am Dienstag mit. Dank den vorhandenen Reserven verfüge die Stadt auch so über ausreichenden finanziellen Handlungsspielraum. Erwartet wird ausserdem eine positive wirtschaftliche Entwicklung.

Dennoch bleibe die Finanzierung der städtischen Leistungen und Infrastrukturen sowie die Umsetzung des Klimaziels von Netto-Null bis im Jahr 2040 anspruchsvoll, schreibt der Stadtrat. Er rechnet damit, dass der Stadt Ende kommendes Jahr noch ein zweckfreies Eigenkapital von 1,2 Milliarden Franken zur Verfügung stehen werde. 2020 hatte dieses noch 1,5 Milliarden Franken betragen. Bis 2025 wird es nach dem aktuellen Finanzplan auf rund 600 Millionen Franken sinken. Für das laufende Jahr rechnet der Stadtrat mit dem ersten negativen Rechnungsabschluss seit 2014. Budgetiert wurde für 2021 ein Minus von 97,7 Millionen Franken.

Zürich ist damit kein Einzelfall. Auch andere grosse Schweizer Städte rechnen wegen der Coronakrise mit hohen Defiziten. So musste die Stadt Bern trotz Sparprogramm für 2022 ein Defizit von rund 50 Millionen budgetieren. Genf rechnet mit einem Minus von rund 40 Millionen. Luzern meldete ebenfalls am Dienstag ein budgetiertes Defizit von 13 Millionen. Aus der Reihe tanzt einzig Basel: Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das nächste Jahr mit einem Überschuss von 78 Millionen Franken. (wap)

Aktuelle Nachrichten