Corona
Es soll schneller gehen, insbesondere für das Gastgewerbe – diese Kantone sprechen sich für rasche Lockerungen aus

Mehrere Kantone haben sich am Wochenende öffentlich zu den Lockerungsplänen des Bundesrates geäussert. Der Tenor ist klar: Es soll schneller gehen, insbesondere für das Gastgewerbe.

Peter Walthard
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Restaurants sollen bald wieder geschäften können: Mehrere Kantone wollen die Aussenbereiche schon per 1. März freigeben.

Restaurants sollen bald wieder geschäften können: Mehrere Kantone wollen die Aussenbereiche schon per 1. März freigeben.

Bild: Keystone

Schon ab Ende März sollen Gastrobetriebe wieder öffnen können, sofern sie Schutzmassnahmen wie Abstände und Beschränkungen der Gästezahl pro Tisch einhalten. Diese Forderung haben am Wochenende mehrere Kantone im Rahmen des Konsultationsverfahrens des Bundesrates erhoben. Sie begrüssen die Lockerungsabsichten der Landesregierung, sind aber dafür, schneller vorwärts zu machen, wie es in Medienmitteilungen der Kantone Genf, Tessin, Uri, Freiburg, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden heisst.

Freiburg und St. Gallen schlagen dabei vor, jeweils in Abständen von drei Wochen weitere Lockerungschritte folgen zu lassen. Graubünden, St.Gallen und Uri wollen zumindest die Aussenbereiche der Restaurants schon ab dem 1. März für den Betrieb freigeben. Man habe auf den Sonnenterassen in Skigebieten gute Erfahrungen gemacht, heisst es in der Mitteilung des Urner Regierungsrates.

Ab dem 22. März soll der Betrieb auch in den Innenräumen der Gastrobetriebe aufgenommen werden, fordern die Kantone Freiburg und Tessin. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden fordert dasselbe, allerdings erst für den ersten April. Dies fordert auch der Kanton Aargau. Es sei für Restaurants nicht rentabel, nur im Aussenbereich zu wirten, so die Begründung aus Aarau. Der Kanton Genf nennt kein Datum, will aber, dass der Bund bereits Mitte März eine neue Lagebeurteilung vornimmt.

Erleichterungen für Jugendliche, Familien und Gottesdienste

Lockerungen wünschen sich die Kantone auch bei den Beschränkungen für Personengruppen. Die Kantone Freiburg, Tessin und Appenzell Ausserrhoden wollen diese auf 15 anheben. Der Kanton Uri verlangt, dass Kinder künftig nicht mehr mitgezählt werden, damit Familientreffen mit Enkeln und Grosseltern wieder möglich werden. Der Kanton St. Gallen will hier etwas vorsichtiger sein und die Gruppengrösse nur auf 10 Personen erhöhen.

Eine weitergehende Lockerung wünschen die Kantone auch bei kulturellen und sportlichen Veranstaltungen für Jugendliche. Sie begrüssen die vom Bundesrat beabsichtigte Erhöhung der Alterslimite für die Teilnahme an solche Veranstaltungen auf 18 Jahre, wollen aber weitergehen. Die Kantone Tessin, Appenzell Ausserrhoden und Uri schlagen eine Erhöhung auf 20, die Kantone Freiburg und St. Gallen gar auf 25 Jahre vor. Für die anstehenden hohen kirchlichen Feiertage wie Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Fronleichnam fordert der Kanton Uri zudem Ausnahmebestimmungen für Gottesdienste.

Entscheide sollen auf andere Datengrundlage gestellt werden

Der Bundesrat hatte am Mittwoch Lockerungen auf den 1. März angekündigt und vorgeschlagen, danach im Monatsrhythmus weitere Schritte folgen zu lassen, wenn dies die epidemiologische Lage erlaube. Nun werden die Kantone angehört. Mehrere Kantonsregierungen nutzten dies am Wochenende auch für Kritik an den strategischen Grundlagen des Bundes.

So verlangt etwa die St. Galler Regierung, dass die beiden derzeit massgebenden Grössen, der R-Wert und die Positivitätsrate, nicht weiter als Entscheidungsgrundlage gelten dürften, da Impfungen und Massentests die Situation verändert hätten. Der Kanton Uri will deshalb, dass in Zukunft auch die Impfquote mitberücksichtigt wird.

Der Kanton Graubünden wirft dem Bund gar vor, überhaupt keine Strategie zu haben. So seien Massnahmen wie präventives Testen nicht vorgesehen. «Die vorgeschlagenen Öffnungsschritte erscheinen deshalb willkürlich», schreiben die Bündner und fordern «Nachbesserung.» Die Kantone bräuchten mehr Freiheiten, auch sollten Kantone mit gutem Contact Tracing und Massentests Vorteile erhalten.

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