Corona-Lockerungen
Zulassung von Grossveranstaltungen: Gesundheitsdirektoren raten zur Vorsicht

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) rät zu einem vorsichtigen Vorgehen, was Grossveranstaltungen betrifft. So soll beispielsweise die Pilotphase verlängert und angepasst werden.

Alice Guldimann
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Aktuell sind Veranstaltungen mit bis zu 50 Zuschauern erlaubt.

Aktuell sind Veranstaltungen mit bis zu 50 Zuschauern erlaubt.

Keystone

Der GDK-Vorstand hat am Mittwoch seine Stellungnahme zum bundesrätlichen Öffnungsplan für Grossveranstaltungen veröffentlicht. Dieser sieht vor, dass zunächst bis Ende Juni Pilotveranstaltungen mit maximal 600 Personen stattfinden. Ab Juli sollen dann Veranstaltungen mit bis zu 3000 Gästen möglich sein, im September soll die Obergrenze 10'000 betragen.

Die GDK anerkenne den Wunsch der Veranstalter nach Planungssicherheit, heisst es in der Stellungnahme. Dennoch rät sie zur Vorsicht, was das Vorgehen angeht. Dass die Zulassungsschritte bereits mit fixen Terminen auf Verordnungsstufe festgehalten werden sollen, erachte die GDK als «sehr ambitioniert». «Es werden dabei Erwartungen bei Veranstaltern und Publikum geweckt, welche je nach Entwicklung nicht erfüllt werden können.»

Covid-Zertifikat wohl erst zu spät verfügbar

Veranstaltungen bedeuteten trotz umfassender Vorgaben ein nicht zu unterschätzendes Übertragungsrisiko, so die Gesundheitsdirektorinnen. Deshalb sei es wichtig, dass die Bestimmungen und Termine bei einer schlechten epidemiologischen Entwicklung oder bei negativen Ergebnissen aus der Pilotphase angepasst werden können. Ebenfalls sei unsicher, ob der Schutzschirm, der die Veranstalter bei Ausfällen entschädigen soll, zeitgerecht seine Wirkung entfalten werde. In den meisten Kantonen müssten die Bestimmungen noch geschaffen werden.

Verschiedene Kritikpunkte äussert die GDK an der Ausgestaltung der Pilotphase: «Als schwierig erachten wir den Umstand, dass das Covid-Zertifikat in der Phase der Pilotversuche wahrscheinlich noch nicht einsatzbereit sein wird.» Gerade dieses sollte in der praktischen Umsetzung getestet werden. Deshalb schlägt die GDK vor, die Pilotphase entsprechend zu verlängern und die weiteren Schritte nach hinten zu verschieben.

Grosse Kantone sollen mehr Pilotveranstaltungen durchführen dürfen

Die Vorgabe, wonach pro Kanton unabhängig von dessen Grösse drei Pilotveranstaltungen bewilligt und durchgeführt werden können, führe zudem zu einer Benachteiligung der grossen Kantone, heisst es in der Stellungnahme weiter. Die GDK würde es begrüssen, wenn die Anzahl für die grossen Kantone angepasst würde.

Weiter schlagen die Gesundheitsdirektoren vor, dass auch in Clubs Pilotversuche durchgeführt werden können. Mit dem aktuellen Entwurf, der Sitzplatz- und Maskenpflicht vorschreibt, sei dies nicht möglich. «Im Hinblick auf die Wiedereröffnung von Clubs wären entsprechende Erfahrungen wertvoll, damit rechtzeitig Lösungskonzepte zur Verhinderung von ‹Superspreader-Events› erarbeitet werden können.»