Corona
Labore überlastet: Reihentests in Zuger Schulen werden teilweise ausgesetzt

Die hohen Fallzahlen aufgrund der Omikron-Variante haben zur Folge, dass die Labors schweizweit an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Ein Partnerlabor des Kantons Zug kann ab sofort die Reihentests an den Schulen nicht mehr zeitgerecht analysieren. Die Tests müssen deshalb für mehrere Schulen im Kanton vorübergehend eingestellt werden.

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Schüler packen in der Schule ein Coronavirus-Testset aus.

Schüler packen in der Schule ein Coronavirus-Testset aus.

Bild: Davide Agosta / Keystone

Die Omikron-Variante führt weiterhin zu täglichen Höchstzahlen bei den Corona-Neuansteckungen. Die Laborkapazitäten für die Auswertung der PCR-Tests kommen deshalb schweizweit an die Grenzen. Aufgrund dieser Belastung kann ein Partnerlabor des Kantons Zug laut Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion keine Analysen der Reihentests mehr durchführen. Dieses Labor ist für die Analyse verschiedener Schulen in den Gemeinden Cham, Hünenberg, Oberägeri, Unterägeri, Risch-Rotkreuz, Steinhausen und Zug zuständig. An gewissen Schulen dieser Gemeinden müssen die Reihentests deshalb ab sofort vorübergehend ausgesetzt werden.

Masken, Lüften und Testen bei Symptomen noch wichtiger

Durch das Wegfallen der Reihentests werden die anderen Schutzmassnahmen im Schulunterricht noch wichtiger. Alle Schülerinnen und Schüler sind dringend aufgerufen, in Innenräumen stets eine Maske zu tragen. Zudem sollten die Schulzimmer alle 20 Minuten gut gelüftet werden. Alle Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen, die auch nur milde Erkältungssymptome verspüren, sollen zu Hause bleiben und sich umgehend testen lassen. Die drei Testcenter der Zuger Spitäler in Zug, Cham und Rotkreuz sowie verschiedene Apotheken fokussieren ihr Angebot auf die Tests von symptomatischen Personen. So kann sichergestellt werden, dass diese Personen rasch einen Testtermin erhalten. Eine Übersicht aller Teststellen findet sich online. (haz)

Insgesamt müssen knapp die Hälfte der bisher teilnehmenden Schülerinnen und Schüler auf die Reihentests verzichten. «Wir bedauern diesen Schritt», wird Landammann Martin Pfister in der Mitteilung zitiert. «Die Reihentests an den Schulen haben sich im bisherigen Verlauf der Pandemie als wirkungsvolles und gut akzeptiertes Mittel zur Aufrechter-haltung des Präsenzunterrichts sehr bewährt.» Alle Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern wurden bereits direkt über das Vorgehen an der jeweiligen Schule informiert.

Zeitgerechte Analyse nicht mehr möglich

Die aktuelle Pandemieentwicklung stellt für die Testkapazitäten eine nie dagewesene Belastung dar. Der Kanton Zug hat bei der Auswertung der Reihentests mit verschiedenen Labors zusammengearbeitet – eine zeitgerechte Auswertung der Tests kann aber nicht mehr bei allen Labors erreicht werden. «Die Schultests erreichen ihr Ziel nur dann, wenn die Resultate spätestens am Tag nach der Probeentnahme vorliegen», lässt sich Kantonsarzt Rudolf Hauri in der Medienmitteilung zitieren. Der Kanton Zug bleibt weiterhin im engen Austausch mit den Labors. Wenn die Analysekapazitäten es zulassen, sollen die Reihentests an allen Schulen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. In den Gemeinden Baar, Menzingen, Neuheim und Walchwil können die Tests im gewohnten Mass weitergeführt werden.

Keine Klassenquarantänen als Ersatzmassnahme vorgesehen

Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts ist auch nach diesem Schritt das oberste Ziel des Kantons. So soll auch weiterhin auf Quarantäneanordnungen für gesamte Klassen verzichtet werden, wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Bei den Schulen, welche nicht mehr an den Reihentests teilnehmen können, wird das Ausbruchsmanagement bei nachgewiesenen Fällen intensiviert. Damit kann die Virusaktivität in betroffenen Klassen rasch erkannt werden, wonach nötigenfalls Massnahmen angeordnet werden. «Somit haben wir auch in diesen Schulen die Lage stets im Blick und können bei Bedarf rasch reagieren», erklärt Pfister. Keine Quarantäne wird weiterhin für alle geimpften und genesenen Schülerinnen und Schüler ausgesprochen. Dasselbe gilt für alle Schülerinnen und Schüler, die während des Unterrichts stets eine Schutzmaske getragen haben. (haz)

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