Corona-Impfstrategie
Zweite Impfung hinauszögern: Präsident der Impfkommission spricht sich gegen die britische Strategie aus

Grossbritannien will mehr Menschen impfen und dafür die Verabreichung der zweiten Impfdosis hinauszögern. Der Präsident der Impfkommission sieht darin für die Schweiz keine Lösung.

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Christoph Berger ist Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Christoph Berger ist Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Keystone

(agl) Anstatt wie bisher vorgesehen zwei Impfdosen im Abstand von drei Wochen zu verabreichen, wollen die britischen Behörden bis zu drei Monate mit der zweiten Impfdosis warten. Damit will man erreichen, dass eine grössere Anzahl von Personen geimpft werden kann. In der Schweiz soll eine solche Strategie nicht zum Zug kommen, wie Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, gegenüber «Radio SRF» sagte.

Das Vorgehen entspreche nicht den Studien, in denen der Impfstoff getestet wurde. «Wenn wir die zweite Impfung weglassen, wissen wir gar nicht, ob der vorübergehende Schutz nach der ersten Impfung anhält oder nicht», so Berger. Das entstehende Risiko sei zu gross und würde nicht der Zulassung der Impfung entsprechen.

Am Montag haben in der Schweiz 13 Kantone offiziell ihre Impfaktionen gestartet. Die Zahl der Impfdosen ist vorerst stark begrenzt. In einer ersten Lieferung hat der Bund 100'000 Impfdosen vom Hersteller Pfizer/Biontech erhalten und an die Kantone verteilt. Dort sind die Impfdosen begehrt. Im Kanton Basel-Land waren die 5000 Impftermine innert eines Tages ausgebucht. Auch in Zürich, wo sich 8000 Personen impfen lassen können, waren die Termine rasch ausgebucht.