Pandemie
BAG-Masserey: «Impfung schützt wahrscheinlich für 12 Monate»

Die Corona-Experten des Bundes schätzen die aktuelle Lage weiter positiv ein. Neuerdings geht der Bund davon aus, dass die Covid-Impfung nicht nur sechs Monate schützt, sondern ein ganzes Jahr.

Dario Pollice
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Virginie Masserey vom BAG ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Impfkampagne.

Virginie Masserey vom BAG ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Impfkampagne.

Keystone

Die epidemiologische Lage entwickelt sich hierzulande nach wie vor positiv. Sowohl bei den Ansteckungen als auch bei den Hospitalisationen registrieren die Corona-Experten des Bundes einen eindeutigen Rückgang, wie sie am Dienstag vor den Medien in Bern darlegten. Die Lockerungen vom 31. Mai hätten demnach keine negativen Auswirkungen gehabt.

Auch mit Blick auf die Impfkampagne zeigte sich Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufrieden. «Jetzt sind wir bei 70 Impfungen pro 100 Einwohner. Das ist höher als der europäische Durchschnitt», sagte die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle. Aktuell seien 2,3 Millionen Personen vollständig geimpft, also ein Drittel der Schweizer Bevölkerung.

Weiter gab Masserey eine Anpassung des Impfschutzes bekannt: «Die Eidgenössische Kommission für Impffragen ist zum Schluss gekommen, dass eine Impfung wahrscheinlich für zwölf Monate schützt.» Bislang ging das Ekif von einer Dauer von sechs Monaten aus. Die entsprechenden Verordnungen werde der Bund demnächst anpassen, so Masserey. Angesichts dieser Anpassung geht das BAG zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass eine Auffrischimpfung nicht vor 2022 nötig sein sollte.

Zusätzliche Termine sind kein Zeichen für Impfverweigerung

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri kam auf die gestiegene Anzahl an verfügbaren Impfterminen zu sprechen. «Das ist nicht Ausdruck einer Impfverweigerung», so der Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte. Dafür gäbe es verschiedene Gründe, wie beispielsweise Ferien oder schlicht und einfach Vergessen. Virginie Masserey fügte hinzu, dass die noch freien Impftermine auch auf die grössere Menge an Impfdosen zurückzuführen seien.

Auf die Maskentragpflicht angesprochen, sagte Rudolf Hauri: «Bei der aktuellen Lage rechtfertigen sich die Lockerungen bei den Masken.» Aber: Masken seien nach wie vor in Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, sinnvoll. Vor allem wenn der Impfstatus der Personen unbekannt sei. «Abstand unter Geimpften fällt nicht mehr so sehr ins Gewicht, Abstand unter Nicht-Geimpften allerdings schon», so Hauri weiter.

Delta-Variante aus Indien ist noch nicht stark verbreitet

Zu Reden gab an der Medienkonferenz auch die mutierte Delta-Variante des Virus aus Indien. Diese breitet sich vor allem in Indien und Grossbritannien aus. In Kontinentaleuropa und der Schweiz ist sie dagegen noch nicht stark verbreitet, wie die Corona-Experten sagten.

Der Bund beobachtet die Lage laut Virginie Masserey aber weiterhin genau. Beim Aufkommen eines Hotspots müsse man sequenzieren und rasch reagieren. Hier seien die Kantone gefordert.

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