Corona-Checks
Schweiz interveniert in Rom wegen Stopps der SBB-Eurocitys an der italienischen Grenze

Bis zu 60 Minuten lang stehen die SBB-Eurocity an der italienischen Grenze – wegen rigorosen Corona-Checks der Grenzwache. Jetzt schaltet sich der Bund ein.

Adrian Müller
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Die SBB-Eurocity treffen derzeit mit viel Verspätung im Bahnhof Milano Centrale ein.

Die SBB-Eurocity treffen derzeit mit viel Verspätung im Bahnhof Milano Centrale ein.

Bild: Shutterstock

ÖV-Reisende nach Italien brauchen derzeit viel Geduld. Die italienischen Behörden kontrollieren unmittelbar nach der Grenze sämtliche Passagiere der SBB-Eurocity, ob sie eine Corona-Impfung oder einen negativen Test vorweisen können.

Dazu stoppen die italienischen Grenzbeamten die SBB-Züge in Como oder Domodossola, wie watson zuerst berichtete. Je nach Zug dauern die Kontrollen zwischen 15 und 60 Minuten. Mit entsprechend grosser Verspätung treffen die Eurocity in Mailand ein.

Schweiz interveniert in Rom

Die Corona-Grosskontrollen wirbeln den Fahrplan gehörig durcheinander – dies mitten in der Ferienzeit. Dies ist für die SBB umso ärgerlicher, als sie erst seit kurzer Zeit wieder das vollständige Angebot nach Italien fahren.

Nun schaltet sich der Bund als Vermittlerin ein. «Auf den üblichen diplomatischen Kanälen laufen Gespräche mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung», sagt Michael Müller, Sprecher des Bundesamts für Verkehr (BAV). Seitens SBB heisst es, man stehe mit verschiedensten Stellen in Kontakt, «um für die Bahnkundinnen und -kunden eine Lösung für die verlängerten Reisezeiten nach Mailand zu finden.»

Ziel der Gespräche dürfte sein, eine einfachere Lösung für die Corona-Grosskontrollen bei den EC-Verbindungen zu finden. Diese könnten beispielsweise nicht in den Bahnhöfen, sondern während der Fahrt stattfinden. Oder wie im Regionalverkehr nur noch stichprobenartig erfolgen.

«Wer derzeit durch Europa reist, braucht Grips und Geduld», so Dutler.»

Pro Bahn

Edwin Dutler vom Fahrgastverband Pro Bahn appelliert an die Passagiere, sich vorgängig über alle Bestimmungen zu informieren und mehr Reisezeit einzuplanen. Dann seien die Kontrollen kein Problem. «Wer derzeit durch Europa reist, braucht halt Grips und Geduld», so Dutler.

Die langwierigen Kontrollen können zumindest einen Vorteil für die Passagiere haben, wie watson-User Quippo schreibt: «Mein Eurocity-Zug wurde in Domodossola 45 Minuten lang angehalten für die Kontrolle. Vorteil dabei: Ich habe das Billett Domodossola-Milano über die Trenitalia-App gebucht. So wurden mir 25 Prozent des Preises wieder gutgeschrieben.»