Corona
Antigen-Schnelltest fallen bei Studie durch: Nur zwei Drittel aller positiven Fälle werden richtig erkannt

Rasch zum Fussballspiel oder in den Club? Für Ungeimpfte und Ungenesene derzeit nur mit einem Zertifikat möglich. Antigen-Schnelltests sind laut einer Studie aber zu unzuverlässig.

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Ein Antigen-Schnelltest wird in einer Zürcher Apotheke durchgeführt. (Symbolbild)

Ein Antigen-Schnelltest wird in einer Zürcher Apotheke durchgeführt. (Symbolbild)

Keystone

Antigen-Schnelltest erkennen eine Coronainfektion nur in 2 von 3 Fällen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus Bern. Dafür haben ein Forschungsteam des Inselspitals, des Universitätsspital Bern und der Universität Bern insgesamt 1465 Personen sowohl mit einem PCR-Test als auch mit einem Antigen-Schnelltest getestet. Während die PCR-Tests 141 infizierte Personen ans Licht brachten, erkannten die Antigen-Schnelltests nur 95 Fälle, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

In der Studie habe sich gezeigt, dass solche Schnelltests vor allem bei hoher Viruslast gut funktionieren. Bei symptomfreien Personen sinkt die Zuverlässigkeit gemäss der Berner Studie aber sogar unter 50 Prozent. Nur 44 Prozent aller Fälle, die beim PCR-Test positiv getestet wurden, wurden auch in den Schnelltests erkannt.

Die Studienautoren rechnen weiter: «Aktuell werden in der Schweiz geschätzte 130'000 Schnelltests pro Woche durchgeführt. Bei etwa 18% positiven Resultaten werden 23'400 korrekt als positiv identifiziert, aber 12'400 Personen verpasst». Diese falsch-negativen Personen «fühlen sich sicher, da sie ja negativ getestet sind, und besuchen Familienfeiern, Konzerte und Fussballspiele», so die Studienautoren. Und kommen zu einem vernichtenden Schluss: «Potenziell besteht somit das Risiko, dass Antigentests die Pandemie verstärken anstatt sie zu bremsen», wird Studienleiter Prof. Dr. Michael Nagler zitiert. (mg)

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