BAG zur Coronasituation
20 Prozent der Bevölkerung sind geimpft – Entgleisung der Lage unwahrscheinlich

Ein Fünftel der Bevölkerung in der Schweiz ist bereits geimpft. Darauf verzichten wollen laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) nur 15 bis 20 Prozent. Das stimmt die Experten zuversichtlich, rascher ans Ziel zu kommen.

Peter Walthard
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Rudolf Hauri sprach an der Medienkonferenz von einer «wie es scheint anhaltenden Verbesserung» der Lage. (Archivbild)

Rudolf Hauri sprach an der Medienkonferenz von einer «wie es scheint anhaltenden Verbesserung» der Lage. (Archivbild)

Keystone

Bis im August seien alle, die dies wollten, geimpft. Das sagte Virginie Masserey, beim BAG Hauptverantwortliche für das Projekt Impfstoffe, am Dienstag an einer Medienkonferenz in Bern. Ursprünglich hätte dieses Ziel bereits Ende Juni erreicht werden sollen. Die Verzögerung sei aber eine gute Nachricht, sagte Masserey: Die Zahl der Impfwilligen in der Schweiz sei noch einmal deutlich angestiegen. Nur noch 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung wollten sich laut einer Umfrage keinesfalls impfen lassen.

Ab August bis Ende Jahr sollen nun auch die Jugendlichen ab 12 Jahren durchgeimpft werden. Dies jedoch unter der Voraussetzung, dass die Zulassungsbehörde Swissmedic dafür noch grünes Licht gebe, sagte Virginie Masserey. Mit der Coronaimpfung von Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren sei dagegen erst ab Ende Jahr zu rechnen.

Eine zweite Impfrunde für Personen, deren Immunisierung länger als sechs Monate her ist, sei im Augenblick nicht vorgesehen, erklärte Masserey. Es gebe starke Anzeichen dafür, dass der Impfschutz neun oder gar zwölf Monate reiche. Eine Impfauffrischung für Risikogruppen im November und Dezember sei aber eines der Szenarien, auf die sich das BAG vorbereite.

Tests an Schulen: Positivitätsrate unter einem Promille

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte in der Schweiz, zeichnete aus Sicht der Kantone ein positives Bild der aktuellen Situation. Es gebe eine «starke und wie es scheint anhaltende Verbesserung» der epidemiologischen Lage, sagte der Zuger Kantonsarzt. So zeigten Massentests an Schulen derzeit eine Positivitätsrate von unter einem Promille. In einzelnen, nicht geimpften Gemeinschaften, könne es allerdings auch weiterhin noch zu Ausbrüchen kommen. Doch Rudolf Hauri sagte: «Wir erwarten keine Entgleisung der Lage.»

Keine Informationen gab es an der Medienkonferenz vom Dienstag zum Covid-Zertifikat für Geimpfte, Getestete und Genesene. Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) werde in Bälde weiter informieren, sagte Virginie Masserey lediglich. Am Montag hatte das BIT angekündigt, dass das GGG-Zertifikat noch diesen Monat öffentlich auf seine Sicherheit getestet werde. Eingeführt werden soll das Zertifikat dann ab Ende Juni.

Rudolf Hauri sagt: «Wir erwarten keine Entgleisung der Lage.»

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