Pandemie
Auch Restaurants oder Fitnesscenter sollen Covid-Zertifikat einsetzen dürfen

Grossveranstaltungen, Reisen und etwa Restaurants: Der Bundesrat hat die Einsatzbereiche für das Covid-Zertifikat konkretisiert. Verwendet werde es nur dort, wo es gerechtfertigt sei, versichert Gesundheitsminister Alain Berset.

Alice Guldimann
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Das Covid-Zertifikat soll unter anderem Grossveranstaltungen wieder möglich machen.

Das Covid-Zertifikat soll unter anderem Grossveranstaltungen wieder möglich machen.

Keystone

Die Schweizer Bevölkerung wartet sehnlichst auf das Covid-Zertifikat des Bundes. Dieses soll unter anderem Reisen ins Ausland und den Besuch von Grossveranstaltungen wieder möglich machen. Am Mittwoch hat der Bundesrat angekündigt, dass die ersten Zertifikate ab dem 7. Juni schrittweise ausgestellt werden. Spätestens Ende Juni soll das Zertifikat dann der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Ab anfangs Juni sollen erste Covid-Zertifikate in der Schweiz ausgestellt werden. Bundesrat Alain Berset geht davon aus, dass diese für Reisen noch eine Weile nötig sein werden. Die internationale Anerkennung ist allerdings noch offen.

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Der Bundesrat hat am Mittwoch auch über die verschiedenen Einsatzbereiche des Zertifikats gesprochen. «Das Zertifikat wird nur dort eingesetzt, wo es wirklich nötig und gerechtfertigt ist», versicherte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien. Es solle ein Teil der Lösung sein, aber kein Zwang. Ziel sei es, die Vorgaben für die Schutzkonzepte schrittweise zu reduzieren und dann aufzuheben. Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren sollen zudem ohne Zertifikat überall Zugang erhalten.

Zertifikat für Grossveranstaltungen und Clubs notwendig

Für die Anwendung des Zertifikats unterscheidet der Bundesrat drei Bereiche. Der rote Bereich umfasst das Reisen, sowie aus epidemiologischer Sicht heikle Orte wie Grossveranstaltungen oder Clubs. Dort ist der Einsatz des Zertifikats sicher vorgesehen und soll während einer begrenzten Zeit Öffnungen ermöglichen. Was die Reisen in andere Länder betrifft, geht Bundesrat Berset davon aus, dass das Zertifikat noch länger nötig sein wird.

Der orange Bereich umfasst Bars und Restaurants, Sport- und Unterhaltungsbetriebe, Spitäler und Heime. Grundsätzlich ist der Einsatz des Covid-Zertifikats dort nicht vorgesehen, soll aber auf freiwilliger Basis möglich sein. So sollen ein Restaurant oder ein Fitnesscenter den Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat beschränken und dadurch auf Schutzkonzepte, Kapazitätsbeschränkungen oder Vorgaben wie die Maskenpflicht verzichten können.

Ebenfalls könnte der Zugang im orangen Bereich auf Personen mit Zertifikat beschränkt werden, wenn sich die epidemiologische Lage wieder verschlechtert. «Das Ziel ist, dass es nie mehr zu Schliessungen kommen muss», betonte Berset.

Läden und Arbeitsplätze müssen ohne Zertifikat zugänglich sein

Im grünen Bereich ist der Einsatz des Zertifikats dagegen ausdrücklich ausgeschlossen. Er umfasst Orte des alltäglichen Lebens und Kontakte mit Behörden. Als Beispiele nennt der Bundesrat private und religiöse Veranstaltungen, der öffentliche Verkehr, Läden, der Arbeitsplatz oder Schulen.

Mit dem Covid-Zertifikat kann jede Person nachweisen, dass sie entweder geimpft oder genesen ist, oder dass sie zeitnah getestet wurde. Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) ist daran, das Zertifikat EU-kompatibel, sicher und möglichst einfach umzusetzen. Die genauen Modalitäten für die Anwendung des Zertifikats sollen laut Alain Berset am 11. Juni in Konsultation geschickt werden. Eine Woche später wird der Bundesrat entscheiden.

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